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ARBEITNEHMERINNENSPRECHERIN
03.02.2010 14:27
Leiharbeit: AK-Forderungen sind nicht weitreichend genug
„Es ist sehr erfreulich, dass sich die AK dem Thema Leiharbeit annimmt. Bis zur Mutterpartei SPÖ ist ein Problembewusstsein dafür leider noch nicht gedrungen", kommentiert Birgit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der GRÜNEN, die diesbezügliche Ansage des Salzburger AK-Präsidenten Siegfried Pichler. „Rund 70 Prozent der LeiharbeiterInnen sind junge Menschen, die keine Fixanstellung bekommen. Sie können sich kein stabiles Leben aufbauen, weil keine Einkommenskontinuität oder auch fixe Verortung möglich ist. Maßnahmen nur strengeren Regulierung von Leiharbeit unterstützen direkt die junge Generation", erklärt Schatz. „LeiharbeiterInnen waren die ersten, die ihre Jobs verloren haben. Viel Gegenwehr gab es da nicht. Denn obwohl die Betriebsräte der Beschäftigtigerfirma für sie zuständig wären, liegt denen halt doch die Stammbelegschaft mehr am Herzen als einer 'von draußen'. Leiharbeiter gehören im Unternehmen nicht wirklich dazu. Sie haben keine Aufstiegschancen und bekommen keine Fortbildung angeboten. Leiharbeit ist eine berufliche Sackgasse", so Schatz. „Leute werde nur genau so lange beschäftigt, so lange sie entlehnt werden. Kündigungsfristen danach werden oft nicht eingehalten, Urlaubsansprüche werden verwehrt. Hier braucht es dringend mehr Kontrollen", fordert die Nationalratsabgeordnete. Auch die örtliche Flexibilität, die viele Leiharbeitsfirmen verlangen, sei angesichts des meist bescheidenen Lohns eine extreme Herausforderung für die Betroffenen und ihre Familien. Eine Woche in Amstetten, die nächste in Tirol usw. und das mit Wohnsitz in Salzburg sind realistische Beispiele dafür. Schatz dazu: „Viele Leiharbeiter werden beim Abschluss des Arbeitsvertrages über den Tisch gezogen. Sie kennen ihre Rechte kaum und wenn, dann sind sie meist in der Situation, sich zwischen diesem oder gar keinem Job entscheiden zu müssen. Kommt es zur Kündigung landen die Betroffenen beim AMS und werden dort an die nächste Leiharbeitsfirma vermittelt."„Ich hoffe, AK-Präsident Pichler artikuliert seine Vorschläge offensiv gegenüber den zuständigen Ministern, damit etwas in Bewegung kommt. Bisher hörte ich seitens der SPÖ nur Beschwichtigungen zu dem Thema und einen Verweis, dass bei uns die Lage noch immer viel besser sei als in Deutschland. Doch Fakt ist, dass wir mit der Leiharbeit ein massives Problem haben, dass bearbeitet werden muss", so die ArbeitnehmerInnensprecherin abschließend.
Wenn dieser nun eine Gesetzesänderung fordert, die verhindert Leiharbeit als Sachkosten zu verbuchen, dann ist "ist das sicher ein richtiger Schritt, den ich im Nationalrat unterstützen werde. Allerdings kann das nur eine erste Maßnahme sein", so Schatz.
LeiharbeiterInnen werden meist nicht mehr zum Ausgleich von Produktionsspitzen beschäftigt, sondern haben sich als Billigvariante zur Deckung des normalen Personalbedarfs entwickelt. Schatz fordert deshalb eine Beschränkung der Anzahl von LeiharbeiterInnen in einem Unternehmen auf 10 bis 20 Prozent der Stammbelegschaft. Vorstellbar ist für sie weiters eine Verteuerung von Leiharbeit gegenüber Fixbeschäftigten durch Zuschläge für den Beschäftigerbetrieb.
Die aktuelle Arbeitsmarktkrise habe deutlich gemacht, dass LeiharbeiterInnen ganz unten in der Hierarchie von Beschäftigungsverhältnissen angesiedelt sind.
Leider zeigen weiters Erfahrungen, dass es unter den Leiharbeitsfirmen viele schwarze Schafe gibt.
Es sei mehr als deutlich, dass die aktuellen Regelungen zum Thema Leiharbeit unzumutbare Bedingungen für die Betroffenen mit sich bringen. Eine Überarbeitung der entsprechenden Gesetze sei dringend notwendig:
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