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25.01.2010 14:30
AK-Studie über working poor: Mindestlohngesetz längst überfällig
„Bestürzend, aber keinesfalls überraschend" nennt Birgit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der GRÜNEN, die heute von der AK Salzburg präsentierte Studie zur Einkommenssituation unselbstständig Beschäftigter. „Dass die Zahl der working poor - also jener Menschen, die vom Einkommen ihrer Arbeit nicht mehr leben können - kontinuierlich steigt, ist seit Jahren bekannt. Doch die Reaktion der Regierung darauf war bisher extrem unzufriedenstellend", so Schatz. Ihre Forderung: „Wir brauchen dringend einen existenzsichernden, garantierten Mindestlohn."
Die jetzige Regelung über Einzelkollektivverträge lasse zu viele Lücken offen. „Wir brauchen ein Gesetz, dass ein Einkommen über der Armutsgefährdungsschwelle bei einem Vollzeitarbeitsplatz sichert. Ein gesetzlicher Mindestlohn von aktuell 1.000,- Euro netto ist die einzige Möglichkeit, um Löhne nach unten verbindlich abzusichern", erklärt die ArbeitnehmerInnensprecherin.
Die Problematik der hohen Rate an Teilzeitbeschäftigung speziell bei Frauen, brauche eine Vielzahl an Maßnahmen. „Zuallererst müssen Teilzeitbeschäftigungen von den Rahmenbedingungen her einem Vollzeitjob endlich gleichgestellt werden. Es geht nicht, dass etwa Mehrstunden von Teilzeitverkäuferinnen noch immer viel billiger sind als Überstunden bei Vollzeitbeschäftigten. Damit ist es für Betriebe letztlich immer günstiger eine Stelle in Teilzeitjobs zu zersplittern", meint Schatz.
Vor allem dringenden Handlungsbedarf sieht die Salzburger Nationalratsabgeordnete aber im Bereich der atypisch Beschäftigten, also Freien DienstnehmerInnen, WerkvertragsnehmerInnen, PraktikantInnen usw. Schatz dazu: „Mich wundert nicht, dass die AK bei ihrer Präsentation darauf nicht besonders eingegangen ist. Die ArbeitnehmerInneninteressensvertretung schaut hier nicht gerne hin, das ist ja bekannt und ein Teil des Problems."
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