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am 30. Juni

Schatz zu Mindestlohn: Verbesserungen für 220.000 Menschen. Aber – da geht noch mehr

Birgit Schatz - Der Kampf gegen ausbeuterische Niedriglöhne bleibt weiter auf der Tagesordnung.

"Der große Wurf beim Mindestlohn ist nicht gelungen“, bedauert Birgit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen. „Hier vergeben die Sozialpartner eine große Chance, die Kaufkraft und den Wirtschaftsstandort zu stärken und den Sozialstaat abzusichern.“ Es ist für 220.000 Menschen schon eine Verbesserung, dass ihre Löhne in den nächsten drei Jahren ein bisserl stärker steigen als erwartet, betont Schatz. „Aber dennoch bleibt das Ergebnis meilenweit von der Niedriglohnschwelle von ca. 10 Euro brutto in der Stunde entfernt. Und Menschen mit Jobs ohne Kollektivvertrag ist auch nicht geholfen. Damit bleibt das Thema Mindestlohn auf der to-do-Liste. Es ist einfach nicht hinzunehmen, dass Menschen in Österreich von Unternehmen mit Niedrigstlöhnen ausgebeutet werden.“

„Anerkennenswert“ ist nach Ansicht von Schatz, dass die Gewerkschaft bei der WKÖ-Forderung nach einem gratis-zwölf-Stundentag nicht nachgegeben hat: „Das österreichische Arbeitszeitrecht erlaubt bereits jetzt zwölf Stunden Arbeit am Tag. Allerdings kostet diese krankmachende Mehrarbeit Unternehmen etwas. Dieser Verpflichtung will sich die Wirtschaftskammer auf Kosten der Gesundheit und des Einkommens der ArbeitnehmerInnen entledigen. So läuft das aber eben nicht.“

„Die Frage, ob das Ergebnisglas halbvoll oder halbleer ist, geht am Problem vorbei“, meint Schatz. „Die Gewerkschaft war erfolgreich, hat einige Verbesserungen erreicht und Verschlechterungen für ArbeitnehmerInnen verhindert. Dennoch gibt es noch immer ungerechte Niedriglöhne in zahlreichen Branchen. Und es wird nicht bis 2020 dauern, dass ausbeuterische Niedriglöhne wieder ein Thema werden. Der Anteil der Unternehmensgewinne am BIP ist in den letzten zwei Jahrzehnten massiv gestiegen, der Anteil der Löhne trotz stark gestiegener Anzahl von Köpfen stark gesunken. Es versteht sich von selbst, dass hier Konfliktpotential liegt“, betont Schatz abschließend.

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