gruene.at
Navigation:
am 4. April

Verknüpfung von höherem Mindestlohn mit 12-Stunden-Tag bedeutet Kürzung der Stundenlöhne

Birgit Schatz - Forderung der Wirtschaftskammer würde Niedrigstlöhne einzementieren.

"Es ist unglaublich dreist, dass die Wirtschaftskammer Österreich tatsächlich fordert, Niedrigstlöhne, von denen man nicht leben kann, einzuzementieren. Denn der Ruf nach mehr "Flexibilisierung" heißt nichts anderes als den 12-Stunden-Arbeitstag ohne Überstundenzuschläge einzuführen. Das wird nicht einmal mehr geleugnet", kritisiert die Grüne ArbeitnehmerInnen-Sprecherin Birgit Schatz die jüngste WKÖ-Forderung nach der Verknüpfung eines höheren Mindestlohnes mit der sogenannten "Arbeitszeitflexibiliserung".

Wenn - wie bei den FriseurInnen - dann erst im Jahr 2020 endlich 1500,- Euro brutto Mindestlohn kommt, hat dieses Einkommen inflationsbedingt schon längst wieder an Wert verloren. "Darüberhinaus sollen nun nach Wunsch der Arbeitgeber auch noch die Überstundenzuschläge in Kombination mit 12-Stunden-Tagen fallen. Das bedeutet die Stundenlöhne sinken. Am Ende steigen die MitarbeiterInnen dann schlechter aus, als sie jetzt bezahlt werden. So was zu fordern, ist unverschämt", befindet Schatz.

"Die Forderung nach Kombilöhnen, um schlecht zahlende Unternehmen zu stützen, ist ja wohl auch ein später April-Scherz. Letzten Endes widerspricht diese Forderung der eigenen WKÖ-These ,niedrige Löhne und Fachkräftemangel hätten nichts miteinander zu tun'. Also was jetzt? Vielleicht sollte die WKÖ die Logik ihres Forderungswirrwarrs mal durchforsten", schlägt die Grüne vor. Jedenfalls werde jetzt eine Verwirrtaktik angewandt, um zu verschleiern, dass die WKÖ verlangt, Unternehmer sollen weniger Lohn bezahlen und dafür auch noch öffentliche Gelder erwarten.

Schatz: "Es wird zunehmend deutlich, dass es ein Fehler war, den Sozialpartnern die Mindestlohnverhandlungen zu übertragen. Wenn Bundeskanzler Kern einen ordentlichen existenzsichernden Mindestlohn - und zwar jetzt - haben will, dann soll er einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorlegen. Aber soweit geht sein Engagement für vor allem schlechtestbezahlte Frauen dann offenbar doch nicht.