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Dienstag

Schluss mit Lippenbekenntnissen: Das automatische Pensionssplitting muss endlich kommen!

Josef Scheinast - LAbg. Scheinast fordert mehr Gerechtigkeit: „Automatisches Pensionssplitting mit Opt-Out-Möglichkeit ist unumgänglich!“

412 – das ist die Anzahl jener Elternpaare, die im Jahr 2018 Pensionssplitting in Anspruch genommen haben. „Bei jährlich 87.000 Geburten eine geradezu grotesk niedrige Zahl“, findet der Grüne Landtagsabgeordnete Josef Scheinast und fordert im Landtag am Mittwoch die Einführung des „automatischen Pensionssplittings“: „Dass die Möglichkeit, die Pension zu ‚teilen‘, noch viel zu wenig genutzt wird, liegt vor allem daran, dass die Maßnahme freiwillig ist. Das müssen wir ändern“, so Scheinast. Mit dem „automatischen Pensionssplitting“ sollen die Pensionsbeiträge beider Elternteile für die Zeiten der Kindererziehung jeweils zur Hälfte auf die Pensionskonten beider Eltern angerechnet werden. Gegen die automatische Aufteilung (Opt-out) sollen sich die Elternteile nur einvernehmlich entscheiden können.

Am Weltfrauentag hat Familien- und Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß die Wichtigkeit des automatischen Pensionssplittings betont und angekündigt, sich dafür stark machen zu wollen. „Nun ist es Zeit zu liefern“, sagt der Grün-Abgeordnete Scheinast. „Um unbezahlte Familienarbeit und bezahlte Erwerbstätigkeit gleichzustellen und die Lücke bei den Pensionen zu schließen kommen wir an automatischem Pensionssplitting, wie es in Schweden oder der Schweiz praktiziert wird, nicht mehr vorbei“, so Scheinast. In Schweden werden die Pensionsbeiträge der Eltern für 10 bis maximal 15 Jahre automatisch zwischen den beiden Partnern aufgeteilt, sofern sie sich nicht einvernehmlich dagegen entscheiden. Und in der Schweiz wurde das automatische Pensionssplitting schon vor 20 Jahren eingeführt. 

Dieses Modell brächte nämlich vor allem eins: „Mehr Gerechtigkeit für jenen Elternteil, der den großen Teil der Verantwortung der Kindererziehung schultert – und das sind in Österreich bekanntlich immer noch großteils die Frauen.“ Diese Mehr an Gerechtigkeit bei den Pensionen überfällig: Frauen bekommen fast die Hälfte weniger Pension als Männer, sie schultern die Kinderbetreuung, arbeiten dafür Teilzeit und haben als Dank dann Nachteile bei der Altersversorgung. Damit müsse endlich Schluss sein, so Scheinast abschließend. ​