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am 2. April 2017

Tschetschenien: Tag der Schande: Über 100 schwule Männer verschleppt - drei getötet

Klaus Horvat-Unterdorfer - Die Russische Zeitung Nowaya Gaseta berichtet heute, dass in den vergangenen Tagen eine Säuberungsakton gegen homosexuelle Männer in der Russischen Teilrepublik Tschetschenien stattgefunden hat.

Mehr als 100 schwule Männer bzw. Männer, denen Homosexualität nachgesagt wird, wurden verhaftet und verschleppt. Drei von ihnen sind dabei getötet worden. Darunter befinden sich auch bekannte Fernsehmoderatoren, Journalisten und geistliche Würdenträger. Einige sollten "aus Mangel an Beweisen" bereits wieder freigelassen worden sein.

Von offizieller Seite werden nicht nur die Festnahmen, sondern auch die Existenz Homosexueller dementiert. Alwi Karimow, der Sprecher des tschetschenischen Republikführers Ramsan Kadyrow, bezeichet den Bericht als "Lüge und "Desinformation": "Man kann niemanden verhaften oder unterdrücken, den es in der Republik gar nicht gibt", sagte Karimow. "Würden solche Leute in Tschetschenien existieren, müssten die Sicherheitsbehörden sich gar nicht um sie kümmern, da ihre Verwandten sie selbst an einen Ort schicken würden, von dem sie nicht zurückkehren."

In Tschetschenien gbt es lt. offizieller Staatsmeinung keine Homoexuellen.

Wir fordern den österreichischen Aussenminister Kurz daher auf, umgehend den russischen Botschafter einzubestellen, im Namen der Republik Österreich zu protestieren, sich für die sofortige Freilassung der Inhaftierten einzusetzen sowie eine Untersuchung über die Ermordung der drei schwulen Männer bei der Verhaftung zu verlangen!

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Das offizielle Österreich darf nicht dabei zusehen, wenn Menschen aufgrund ihrer (vermeintichen) sexuellen Orientiertung verfolgt, inhaftiert und getötet werden.