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am 25. November

16 Tage gegen Gewalt: Der sicherste Gewaltschutz für Frauen ist GLEICHBERECHTIGUNG

Anna Schiester - GRÜNE-Frauen-Sprecherin Schiester: „Finanzielle Abhängigkeit ist ein großes Sicherheitsrisiko!“ - 210 Mill. Euro für Gewaltschutz notwendig.

Anlässlich der “16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ stellen die GRÜNEN Frauen Salzburg dem österreichischen Gewaltschutz eine schlechtes Zeugnis aus: „Jede fünfte Frau ab dem 15. Lebensjahr erfährt Gewalt. Allein im Jahr 2019 sind in Österreich18 Frauen ermordet worden. Wir brauchen endlich einen Gewaltschutz, der Frauen wirklich schützt! Stattdessen haben wir ein neues Pseudo- Gewaltschutzpaket, das zwar höhere Strafen für die Täter vorsieht, für die Opfer aber weniger Schutz bedeutet“, kritisiert Anna Schiester, Sprecherin der Grünen Frauen Salzburg, und mahnt: „Wir dürfen bei dem Thema nicht länger wegsehen. Es reicht nicht, symbolisch irgendwelche Gebäude orange zu beleuchten. Wir wollen endlich Taten sehen!“ 

Das wirksamste Instrument gegen Gewalt an Frauen, liegt für Schiester auf der Hand: Gleichberechtigung. „Bis es soweit ist, haben wir noch einen weiten Weg vor uns. Einer der größten Brocken ist die finanzielle Abhängigkeit von Frauen: Sie ist eine der größten Sicherheitsrisken“, so Schiester. Care-Arbeit, die großteils von Frauen geleistet wird, ist unbezahlt und der Gender-Pay-Gap immer noch zu groß, Teilzeitarbeit unter Frauen weit verbreitet. Außerdem gibt es in Österreich nach wie vor keine staatliche Form der Unterhaltsgarantie, die Frauen und Kindern ein Sicherheitsnetz bietet. „Wir setzen uns dafür ein, dass alle Frauen und Mädchen in Österreich unabhängig und selbstbestimmt leben können - frei von Angst, Fremdbestimmung und vor allem: frei von Gewalt. Der effektivste Weg führt über die Gleichberechtigung“, so Schiester. 

210 Mio. Euro für echten Gewaltschutz 

Zugleich erneuern die Grünen Frauen ihre Forderung nach mehr Geld für den Gewaltschutz: 210 Mio. Euro sind laut Schätzungen notwendig, um den flächendeckenden Gewaltschutz zu ermöglichen, dazu gehören Maßnahmen zur Gewaltprävention, Ausbau der Beratungsangebote ebenso wie Frauenhäuser und Therapieplätze für Opfer. „Derzeit gibt Österreich 10 (!) Mio Euro für Maßnahmen zur Gewaltprävention und Gleichstellung aus. Das ist kaum mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ohne angemessene budgetäre Mittel wird es uns nicht gelingen, Gewalt einzudämmen“, so Schiester. ​