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am 13. Oktober

COVID-HERBST: SCHLIESSUNG VON KINDERGÄRTEN BELASTET FRAUEN

Kimbie Humer-Vogl - COVID ist leider auch eine Krise der Frauen. Sie tragen die Hauptlast, wenn Kindergärten und Schulen schließen.

„Ein Monat ist seit Schulbeginn vergangen und erneut steht die Schließung von Kindergärten im Raum. Damit geraten vor allem Mütter wieder unter großen Druck. Immerhin werden sie es sein, die sich um die Kinder kümmern und damit die Gesellschaft durch ihre unbezahlte und bezahlte Arbeit am Laufen halten“, kritisiert LAbg. Kimbie Humer-Vogl, Klubobfrau der Grünen im Salzburger Landtag, den Vorschlag der Gemeinde Hallein. Dort sollen Kindergartenkinder in den nächsten zwei Wochen wieder zu Hause betreut werden. 

Studie bestätigt Mehrfachbelastung von Frauen unter COVID-19

„In Zeiten geschlossener Kindergärten und Schulen tragen Mütter die Hauptlast“, so Humer-Vogl. „Home-Office und die Betreuung von kleinen Kindern zu vereinbaren, ist für sie ein wahrer Drahtseilakt.“ Die GRÜN-Abgeordnete verweist in diesem Zusammenhang auf eine Studie der Wirtschaftsuniversität Wien („Mehrfachbelastung unter COVID-19“). Sie zeigt, dass die Krise Geschlechterungleichheiten verstärkt hat. Frauen haben sich während des Lockdowns noch mehr als zuvor der Familienarbeit gewidmet und im Schnitt um 2,5 Stunden pro Tag mehr unbezahlte Arbeit geleistet als Männer. Außerdem hat die Schließung von Kindergärten und Schulen ihre beruflichen Möglichkeiten mehr denn je eingeschränkt. Auch die Vereinten Nationen warnen schon jetzt davor, dass es die Frauen sein werden, die besonders unter den wirtschaftlichen Folgen der Krise leiden.

Teilzeitquote, Gender Pay Gap und Altersarmut 

„Es kann nicht sein, dass es wieder die Frauen sind, die sich aus dem Arbeitsmarkt zurückziehen, um ihre Kinder zu Hause zu betreuen. Wir dürfen sie nicht wie im Frühling alleine zurücklassen. Die Wiederbelebung veralteter Rollenbilder ist der falsche Weg.“ Laut Humer-Vogl brauche es dringend mehr Entlastung: „In Österreich ist die Teilzeitquote bei Frauen nach der Karenz im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ohnehin schon hoch.“ All das wirke sich auch auf den Gender Pay Gap und die Altersarmut aus. „Mütter sitzen nicht zu Hause und warten darauf, ihre Kinder wieder zu Hause zu betreuen. Auch Frauen haben wichtige gesellschaftliche Rollen und Jobs, die sie nicht riskieren möchten“, betont die Abgeordnete. Und auch die ständige Überbelastung und die finanziellen Sorgen von AlleinerzieherInnen müssten wieder stärker in den Fokus gerückt werden: „Sie leisten einen Kraftakt und geraten tagtäglich an ihr Limit.“