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am 18. Juli

Gewalt gegen Frauen: Sparpläne des Innenministeriums sind „verantwortungslos“!

Martina Berthold - „Angesichts der aktuellen Entwicklungen braucht es mehr, nicht weniger Schutz vor Gewalt für Frauen.“

Auf völliges Unverständnis stoßen die Pläne der Bundesregierung, eine höchstnotwendige Zusammenarbeit gegen Gewalt an Frauen zu stoppen bei der Grünen Klubchefin LAbg. Martina Berthold. Sie äußert heftige Kritik am Ausstieg der Polizei aus den MARAC-Fallkonferenzen, die bisher in Wien, Niederösterreich und Wien durchgeführt worden sind: „Laut Gewaltschutzzentrum, mit dem ich in engem Austausch bin, wurden in den letzten drei Jahren in Salzburg 3 Frauen von ihren Männern bzw. Expartnern ermordet. Österreichweit steigt die Zahl der Tötungsdelikte an. Dass das blau-geführte Innenministerium angesichts dieser dramatischen Entwicklungen aus einem international anerkannten Projekt aussteigt, ist nicht nur unverständlich, sondern höchstgradig verantwortungslos“, so Berthold. Sie unterstützt die zahlreichen ExpertInnen und Initiativen in ihrer Forderung, die MARAC-Konferenzen für besonders gefährdete Gewaltopfer nicht nur in den drei Pilotbundesländern fortzuführen, sondern in ganz Österreich auszurollen.

In Österreich sind heuer bereits 16 Frauen und Mädchen bei Beziehungstaten oder bei Taten im Umfeld der Familie ermordet worden. Wenn die Polizei nun wie geplant aus dem regelmäßigen Austausch über Hochrisikofälle aussteigt, besteht die Gefahr, dass noch mehr Frauen im sozialen Nahraum ermordet werden, befürchten ExpertInnen.

Um Gewalt noch entschiedener entgegenzuwirken, wurde im Bundesland Salzburg unter der damaligen Ressortchefin und jetzigen Klubobfrau Martina Berthold die Gewaltprävention in den vergangenen fünf Jahren in vielen Schwerpunktbereichen deutlich gestärkt. Die Zusammenarbeit aller Beratungsstellen, Frauenhäuser und der Polizei ist hier absolut notwendig. Berthold greift noch eine Forderung des Salzburger Gewaltschutzzentrums auf: „Neben der präventiven Zusammenarbeit, ist es auch wichtig, alle Tötungsdelikte im Detail zu analysieren. Damit können zukünftige Präventionsstrategien erarbeitet werden. Dazu braucht es das Zusammenspiel aller beteiligter Stellen und Behörden. Wir müssen alles tun, um Gewalt zu verhindern!“