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am 10. Februar

‚Psychotherapie auf Krankenschein‘: Gesundheitsminister Anschober setzt langjährige Forderung um!

Kimbie Humer-Vogl - Klubobfrau LAbg. Humer-Vogl: „Der Schritt, eine Therapie zu beginnen ist ohnehin schon schwer. Wenn es finanziell eng ist, wird die Hürde oft unüberwindbar.“ – Salzburg hat den richtigen Weg eingeschlagen!

Gesundheitsminister Rudi Anschober plant, die Psychotherapie auf Krankenschein auszubauen. Er will im Mai dieses Jahres einen Etappenplan zur Umsetzung vorlegen. Große Unterstützung dafür gibt es von den Salzburger Grünen. Klubobfrau LAbg. Kimbie Humer-Vogl: „Wir haben in den vergangenen Jahren in Salzburg einiges weitergebracht. Der Bedarf an leistbaren, im Idealfall vollfinanzierten Therapieplätzen ist aber nach wie vor hoch. Dass in Zukunft mehr Menschen psychotherapeutische Unterstützung auf Krankenschein bekommen sollen, kann ich nur ausdrücklich begrüßen.“

Die Sachleistungsversorgung, umgangssprachlich eben "Psychotherapie auf Krankenschein", wurde in den vergangenen Jahren in Salzburg massiv ausgebaut, erinnert sie: „Die Salzburger Gebietskrankenkasse (SGKK) investiert etwa doppelt so viel in Psychotherapie wie der Durchschnitt Österreichischer Gebietskrankenkassen und verzeichnet dafür deutlich weniger Frühpensionierungen, Rehageld-Aufwendungen und Medikamentenkosten.“

Darüber hinaus gibt es auch Kostenzuschüsse, diese variieren jedoch von Versicherung zu Versicherung. Doch gerade Menschen mit geringem Einkommen können sich die Selbstbehalte oft nicht leisten. „Der Schritt, eine Therapie zu beginnen ist ohnehin schon schwer. Wenn es dann auch noch finanziell ein Problem gibt, wird die Hürde oft unüberwindbar“, so Humer-Vogl. Gerade für Kinder und Jugendlich sowie ältere Menschen gäbe es noch zu wenige Kassenplätze, weiß sie. 

„Wenn wir rechtzeitig in die Versorgung psychisch Erkrankter investieren, können wir dem gesamten Gesundheits- und Sozialsystem Folgekosten von rund 300 Millionen Euro ersparen“, zitiert die Grüne Klubobfrau aus dem Rechnungshofbericht, der 2019 zwei Bundesländer unter die Lupe nahm: Einerseits die Steiermark, die wenig Geld investiert und andererseits Salzburg, das für hohe Investitionen in Psychotherapie (Salzburg) steht.

Klar ist: die Zahl der psychischen Erkrankungen steigt stark. Zwischen 2007 und 2016 haben sich die Krankenstandstage wegen entsprechender Diagnosen verdoppelt. Jeder achte Österreicher ist zumindest einmal pro Jahr wegen psychischer Probleme beim Arzt.