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am 12. Jänner

Neuer Vertrauenskontakt für Salzburger Sportlerinnen und Sportler

Martina Berthold - "Mit der Salzburger Fachstelle für Safe Sports setzt das Land Salzburg nun den nächsten konsequenten Schritt. Wichtig ist dabei die Vertraulichkeit. Im Sinne der Betroffenen wird hier kompetente Unterstützung gegeben."

Ab sofort steht die erfahrene Sportwissenschaftlerin, Psychologin und Kindertrainerin Chris Karl als kompetente Ansprechpartnerin für Sportlerinnen und Sportler zur Verfügung. Mit der neu eingerichteten Salzburger Fachstelle Safe Sports unterstützt sie künftig bei Verdachtsfällen von sexuellen Übergriffen und Machtmissbrauch. Zudem berät Chris Karl Sportverbände und -vereine beim Aufbau einer zielgerichteten Präventionsarbeit.

Kinder sollen Sport ohne Gewalterfahrungen ausüben können

Kinder, Jugendliche und Erwachsene sollen ihren Sport ohne Gewalterfahrungen und Machtmissbrauch ausüben können. Manche Kinder und Jugendliche machen jedoch auch verstörende Erfahrungen. Sie müssen erleben, wie ihre persönlichen Grenzen missachtet werden. Das fängt bereits bei anzüglichen Bemerkungen oder körperlichen Berührungen an, die nichts mit sportlichen Hilfestellungen zu tun haben.

Vor vier Jahren startete deshalb Landesrätin Martina Berthold die Initiative "Wir achten aufeinander! Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport". Informationen für Sportverbände und -vereine zu den präventiven Maßnahmen wurden vermittelt, Workshops für Trainerinnen und Trainer wurden gehalten und weitere sind gemeinsam mit der Stadt Salzburg und den drei Dachverbänden (ASKÖ, ASVÖ, Sportunion) in Planung.

Wichtig ist Vertraulichkeit

"Mit der Salzburger Fachstelle für Safe Sports setzt das Land Salzburg nun den nächsten konsequenten Schritt. Wichtig ist dabei die Vertraulichkeit. Im Sinne der Betroffenen wird hier kompetente Unterstützung gegeben", so Sportlandesrätin Martina Berthold. Erreichbar ist Chris Karl ab sofort unter der Telefonnummer 0664/3365 365.

Chris Karl auch Mitglied in Tiroler Kommission

Chris Karl, geboren 1963 in Wien, ist Psychologin, Sportwissenschaftlerin und Kindertrainerin. Sie war zudem in der österreichischen Trainerausbildung für Judo tätig und kann auf eine Leistungssportkarriere in Judo und Ringen zurückblicken. Sie studierte forensische Psychologie in den USA und arbeitet dort am National Center for Missing and Exploited Children (NCMEC). Chris Karl ist zudem Mitglied der Kommission, die vom Land Tirol zur Aufklärung der Missbrauchsvorwürfe in der Skischule Stams und Neustift eingerichtet wurde.

Klare Regeln im Miteinander

"Betroffene haben keine Erfahrung, wie sie mit Übergriffen umgehen sollen. Oftmals bleiben sie aus Scham, Angst und Unsicherheit alleine und suchen sich keine oder erst spät Hilfe. Gerade deswegen ist es wichtig, hier Vorkehrungen und klare Regeln im Miteinander einzurichten. Machtmissbrauch und sexuelle Übergriffe sollen erst gar nicht stattfinden können", betonte Chris Karl die große Bedeutung der Präventionsarbeit in den Schulen, Vereinen und Verbänden.

"Sexueller Missbrauch findet dort statt, wo nicht damit gerechnet wird. Täter bzw. Täterinnen verwenden oft Jahre, um sich eine Vertrauenspositionen zu erarbeiten. Diese sind zudem meist Wiederholungstäter und begehen zahlreiche Straftaten, bevor sie zur Verantwortung gezogen werden. Zu 95 Prozent werden die Straftaten von Männern begangen, rund 60 Prozent der Betroffenen sind Mädchen", weiß Chris Karl.