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am 18. January

KINDERBETREUUNG: „Berndorfer Modell“ verhindert Wahlfreiheit!

Martina Berthold - Klubobfrau LAbg. Berthold: „Eltern brauchen ausreichend qualitätsvolle Betreuungsplätze für unter Dreijährige sowie familienfreundliche Öffnungszeiten und Ferienbetreuung.“

„Das von der FPÖ so hochgelobte ‚Berndorfer Modell‘ schafft keine Wahlfreiheit, sondern erschwert den Wiedereinstieg ins Berufsleben massiv. Viele arbeitende Mütter und Väter – vor allem alleinerziehende – sind auf ein gutes Angebot an Kinderbetreuung angewiesen“, so begründet die GRÜNE Klubobfrau LAbg. Martina Berthold die Haltung der GRÜNEN zum „Berndorfer Modell“. Dieses sieht vor, dass Gemeinden jene Mütter finanziell unterstützen, die ihre Kinder unter drei Jahren daheim betreuen und dafür keinen Kinderbetreuungsplatz in Anspruch nehmen. Die Landes-Grünen lehnen die landesweite Umsetzung des „Berndorfer Modells“, wie es von der FPÖ gefordert wird, ab.

„Echte Wahlfreiheit gibt es erst dann, wenn wir ausreichend leistbare Kinderbetreuungsplätze zur Verfügung stellen und für Frauen beides möglich ist: Familie und Beruf“, erklärt Berthold. Die GRÜNEN setzen sich für den Ausbau qualitätsvoller Betreuungsplätze für unter Dreijährige sowie familienfreundliche Öffnungszeiten und Ferienbetreuung ein. Sie sieht Land und Gemeinden gleichermaßen gefordert. Es dürfe nicht sein, dass einzelne Gemeinden sich aus ihrer Verpflichtung herauszukaufen versuchen, qualitativ hochwertige Kinderbetreuungseinrichtungen zu schaffen.

„Während meiner Amtszeit als Landesrätin für die Elementarpädagogik haben wir über 1.800 neue Betreuungsplätze geschaffen. Diesen Weg muss Salzburg engagiert fortsetzen“, fordert Berthold. Auch pädagogische Überlegungen, wie der Kontakt zu anderen Kindern und die frühe Sprachförderung sprechen für den Ausbau der Kinderbetreuungsplätze. Das „Berndorfer Modell“ wäre in dieser Hinsicht ein Rückschritt: „Wir verringern dadurch die Chancen auf soziales Lernen in der Bildungseinrichtung, die in Zeiten von immer kleiner werdenden Familien immer wichtiger wird“, sagt Berthold.

Für Frauen drohten durch die Förderung des „Berndorfer Modells“ außerdem Nachteile im Berufsleben und Altersarmut durch fehlende Versicherungszeiten. „Familie und Beruf müssen für Männer und für Frauen gut miteinander vereinbart werden können. Daher müssen wir den Wiedereinstieg in das Berufsleben nach der Babypause unterstützen und nicht deren Verlängerung“, so die GRÜNE Klubobfrau.