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am 3. Juli

Kinderbetreuung: Bund kürzt um ein Drittel

Martina Berthold - "Weniger Geld für mehr Plätze und Qualität? Das kann sich nicht ausgehen, und das werden wir auch in Salzburg zu spüren bekommen."

"Statt 140 Millionen will der Bund nur noch 90 Million für die Kinderbetreuung ausgeben. Mit einer derart massiven Reduktion der Gelder kann sich der notwendige Ausbau in der Kinderbetreuung nicht ausgehen. Dieses Geld wird fehlen und das werden auch die Mütter und Väter in Salzburg zu spüren bekommen.“ So kommentiert Martina Berthold, Klubchefin der Salzburger Grünen im Landtag, die heute, Dienstag, von Bundesministerin Juliane Bogner-Strauß angekündigten Pläne zum Ausbau von Betreuungsplätzen.

Gegenüber dem ORF-Morgenjournal hatte Bogner-Strauß erklärt, beim Ausbau künftig den Focus auf die Unter Dreijährigen richten zu wollen. Das sei grundsätzlich zu begrüßen, „hier haben wir auch in Salzburg noch Nachholbedarf“, betont Berthold. Ungeachtet dessen brauche es aber mehr: „Nur in Betreuungsplatzzahlen zu denken, greift zu kurz. Ganz abgesehen davon, dass selbst bei der Betreuung der Drei- bis Fünfjährigen noch längst nicht in allen Salzburger Gemeinden ausreichend Plätze zur Vefügung stehen, geht es gerade im Bereich der Kinderbetreuung auch um Fragen der Qualität.

Mütter und Väter wollen ihre Kinder zu Recht bestmöglich untergebracht und versorgt wissen. Doch längere Öffnungszeiten, Sprachförderung, gut ausgebildete und entsprechend bezahlten PädagogInnen und das in möglichst kleinen, bestens betreuten Gruppen – all das koste Geld. „Das muss uns eine gute Betreuung unserer Jüngsten einfach wert sein.

Dass nun der Bund derart rigoros ausgerechnet in der Elementarpädagogik spart, „macht einen schon fassungslos. Deutlicher kann man nicht zeigen, dass hier jede politische Ambition fehlt, Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern“, kritisiert Berthold, die in Salzburg in den vergangenen fünf Jahren als Landesrätin für die Kinderbetreuung ressortzuständig war, den Ausbau massiv vorangetrieben hat und an die Familienministerin appelliert: „Von irgendwelchen österreichischen Durchschnittszahlen in Statistiken haben Eltern in vielen Gemeinden nichts. Drehen Sie das Rad nicht zurück, sondern unterstützen Sie die Länder durch ausreichend budgetäre Mittel, eine qualitätvolle Kinderbetreuung wirklich flächendeckend zu gewährleisten.