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am 24. Juni

GRÜNE GEGEN GAISSAU-PLÄNE: Natur- und Umweltschutz wichtiger als Kunstschneeanlagen

Kimbie Humer-Vogl - Wenn langfristig kein Schnee mehr fällt, ist es sinnlos, Speicherteiche und Beschneiungsanlagen zu errichten

Die geplante Errichtung eines Speicherteichs samt künstlicher Beschneiung für sämtliche Pisten im Skigebiet Gaißau-Hintersee sieht LAbg. Kimbie Humer-Vogl, Klubchefin der GRÜNEN im Landtag, kritisch. Der Teich soll mindestens 150.000 Kubikmeter Wasser fassen und in etwa 15 bis 20 Millionen Euro kosten. Gerade in Zeiten der Klimakrise seien solche Projekte mehr als fragwürdig: „Niedrig liegende Skigebiete müssen über Alternativen nachdenken, anstatt wertvollen Natur- und Lebensraum zu zerstören. Zukunftsweisende Projekte sehen anders aus“, so Humer-Vogl. „Wir leben in einer Zeit, in der die Bedrohung der Artenvielfalt und Biodiversität zu einer riesigen Herausforderung wird. Jeder Eingriff in die Natur befeuert diese Entwicklung. Daher ist hier größte Vorsicht geboten.“

Um die Schneesicherheit ist es in den Alpen schlecht bestellt, wie aktuelle Studien zeigen. Die Schneedeckenstudie lieferte zum Beispiel erstmals Fakten über die langfristige Entwicklung der Schneedecken in Salzburg und die Rahmenbedingungen für die Beschneiung. 2050 sollten um 30 Skitage weniger möglich sein als heute – vor allem niedrig gelegene Skigebiete stünden vor größeren Herausforderungen. 

„Demnach wäre es der falsche Weg, in Gebieten wie Gaißau-Hintersee jetzt noch in Speicherteiche und Beschneiungsanlagen zu investieren“, zeigt sich Humer-Vogl überzeugt: „Als Folge der Klimaerhitzung wird die für den Schneesport geeignete natürliche Schneedecke bis 2100 bis in mittleren Lagen im Alpenraum und in den Mittelgebirgen weiter zurückgehen. In Folge wird es weniger Schnee geben und die Rahmenbedingungen für die technische Schneeerzeugung werden sich ändern. Denn auch für Kunstschnee müssen die Temperaturen niedrig sein“, meint die Abgeordnete. 

Dass die Bauarbeiten umweltschonend durchgeführt werden sollen, wie die Eigentümer betonen, lässt sie nicht gelten. „Die Natur soll hier wieder hintangestellt, Tiere umgesiedelt und Pflanzen zerstört werden. Der Kritik der Landesumweltanwaltschaft können wir uns nur anschließen“, betont Humer-Vogl.