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am 30. November 2018

Klimaschutz: Bundesregierung muss Anstrengungen deutlich erhöhen

Heinrich Schellhorn - Landessprecher LHStv. Heinrich Schellhorn zum Klimaschutz im Verkehr: "Wir brauchen in Österreich dringend eine andere Debatte als die, wo überall 140 km/h gefahren werden darf."

Die im Vorfeld der UN-Klimakonferenz in Katowice (3. bis 14. Dezember) bekannt gewordenen Klimaschutzberichte nimmt Salzburgs Grüner Landessprecher und Klimaschutzreferent LHStv. Heinrich Schellhorn zum Anlass, um von der Bundesregierung ein „engagierteres, dem Ernst der Lage angemessenes Handeln“ einzufordern. „Jeder Klimabericht zeichnet ein noch dramatischeres Bild der Erdüberhitzung, gleichzeitig bleiben die Gegenmaßnahmen weitgehend aus“, so Schellhorn, der als ein Beispiel von vielen den Verkehr nennt: Von der angepeilten Einsparung wird die Bundesregierung Experten zufolge maximal ein Viertel schaffen. „Was aktuell an Befunden zur Klimaschutzpolitik des Bundes auf dem Tisch liegt, kann man nur noch desaströs nennen.“ 

7,9 Millionen Tonnen Treibhausgase wollte die Bundesregierung im Verkehrsbereich bis 2030 einsparen. Tatsächlich werden es laut einem Bericht der zuständigen Arbeitsgruppe nach aktuellem Stand der
Dinge nur zwischen 1,1 und 2,5 Millionen Tonnen werden. Im Verkehrsbereich ergibt sich somit eine Lücke von mindestens 4,8 bis 6,2 Millionen Tonnen Treibhausgasen. „Die Fakten sind alarmierend und sie zeigen, dass die Anstrengungen um ein Vielfaches erhöht werden müssen“, meint der Salzburger Klimaschutzpolitiker und ergänzt: „Wir brauchen bundesweit dringend eine andere Diskussion als die, auf welchen Autobahnabschnitten 140 gefahren werden darf.“ 

Die nächsten Jahre werden laut UNO-Weltklimarat entscheiden, ob die drohenden katastrophalen Auswirkungen der Klimaüberhitzung zumindest beschränkt werden können. Im Hinblick auf die bevorstehende UN-Klimakonferenz in Polen hofft Schellhorn, „dass endlich auch die Bundesregierung den Ernst der Lage erkennt und ihre Verantwortung wahrnimmt“.

Was den Anteil des Landes am Klimaschutz angeht, so werde er sich auch weiterhin konsequent dafür einsetzen, dass die Klimastrategie des Landes „bis ins Detail“ realisiert werde. „Das Ziel muss lauten: Salzburg ist ein klimaneutrales und energieautarkes Bundesland.“ Das Potential von klimaschützenden Maßnahmen im Bund sei jedoch um ein Vielfaches größer: „Ohne eine ernsthafte und wirksame Energie- und Klimapolitik des Bundes können wir einpacken“, betont Schellhorn.