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am 11. September

2. NATIONALER AKTIONSTAG FÜR PFLEGENDE ANGEHÖRIGE: Wichtige Stütze der Gesellschaft

Kimbie Humer-Vogl - Etwa 80 Prozent der Menschen mit Pflegebedarf werden zu Hause von ihren Angehörigen betreut. Mit der neuen Angehörigenentlastung greifen wir diesen Menschen unter die Arme.

Seit 5 Jahren pflegt Herr D. nun schon seine Frau, die an Demenz erkrankt ist. „Ich gebe sie nicht in ein Heim. Wir sind seit 56 Jahren verheiratet und ich lasse sie nicht alleine. So lange es geht, bin ich für sie da“, sagt Herr D. und ergänzt: „Aber es ist schon sehr anstrengend, ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste. Ich bräuchte dringend ein bisschen Entlastung.“ Ein Tagesbetreuungszentrum komme für seine Frau aber nicht in Frage. „Sie ist gerne in der Natur und fühlt sich in der ungewohnten Umgebung einfach nicht wohl.“ Genau mit solchen Fällen ist LAbg. Kimbie Humer-Vogl, Klubchefin der GRÜNEN im Salzburger Landtag, immer wieder konfrontiert.

Neue „Angehörigenentlastung“ ergänzt bestehendes Angebot

„Mit der ‚Angehörigenentlastung‘ machen wir im Bundesland Salzburgeinen großen Schritt in die richtige Richtung“, ist die Abgeordnete überzeugt. „Sie ergänzt bestehende Angebote wie Tageszentren, Mobile Dienste oder Kurzzeitpflege. Denn nicht nur pflegebedürftige Personen, sondern auch deren pflegende Angehörige benötigen Unterstützung. Die Betreuungsleistungen bedeuten immerhin auch: Keine Erholung, keine Zeit, den Haushalt zu machen oder einkaufen zu gehen. Auch für ein erfülltes Sozialleben bleibt oftmals keine Zeit mehr.“ Die „Angehörigenentlastung“ bietet ab 1. Oktober Unterstützung in den eigenen vier Wänden. Eine Betreuerin oder ein Betreuer kommt mehrmals im Monat ins Haus und übernimmt die Betreuung für einige Stunden. Damit werden auch den Angehörigen – wie Herrn D. - ein paar Stunden unbeschwerte „Freizeit“ ermöglicht.

801.000 Angehörige sind größter Pflegedienst Österreichs

Der Großteil der hilfs- und pflegebedürftigen Menschen wird in Österreich zu Hause gepflegt und betreut – manchmal sogar rund um die Uhr. 801.000 Angehörige übernehmen laut einer Studie des BMASGK von 2018 diese Pflege- und Betreuungsleistungen Sie sind damit der größte Pflegedienst Österreichs. „Es ist Aufgabe der Politik, die geeigneten Rahmenbedingungen herzustellen“, betont Humer-Vogl: „Wir werden uns auch weiterhin bemühen, entlastende Maßnahmen anzustoßen oder auszubauen, um die Lebenssituation pflegender Angehöriger zu verbessern. Diese Menschen leisten tagtäglich eine ungemein wertvolle Arbeit für die Gesellschaft“ so die GRÜN-Abgeordnete abschließend.