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am 11. April

Einstimmig beschlossen: Pflegende Kinder sollen mehr Unterstützung bekommen

Kimbie Humer-Vogl - Klubobfrau LAbg. Humer-Vogl: „Das lang bekannte Problem der ‚young carer‘ wird endlich angepackt.“

Kinder, die ihre kranken Eltern pflegen, sollen mehr Unterstützung erhalten. Dafür hat sich heute, Mittwoch, der Salzburger Landtag einstimmig ausgesprochen. Erfreut darüber zeigt sich die GRÜNE Klubobfrau LAbg. Kimbie Humer-Vogl, die in der Vergangenheit schon mehrfach auf diese Problematik aufmerksam gemacht hatte. „Das Problem ist seit vielen Jahren bekannt, passiert ist bislang wenig. Ich bin erfreut, dass mit dem heutigen Landtagsbeschluss nun Schwung in die Sache kommt und ein wirksames Maßnahmenpaket für pflegende Kinder geschnürt wird“, so die GRÜNE Klubobfrau. Derzeit gäbe es mit „Jojo“ und „PrEKids“ ausbaufähige Angebote für Kinder psychisch kranker Eltern, „aber es ist uns noch nicht gelungen, an Kinder heranzukommen, die Eltern mit anderen Erkrankungen pflegen“, so Humer-Vogl. Das müsse sich ändern.

„Pflegende Kinder“ – ein irreführender Begriff

Dabei sei der Begriff „pflegende Kinder“ im Grunde irreführend, wie Humer-Vogl aus der Praxis schildert: „Der englische Begriff ‚young carers‘ beschreibt viel besser, was diese Kinder leisten: Sie übernehmen nicht nur die Pflege, sondern Aufgaben, die normalerweise von Erwachsenen getätigt werden: kochen, putzen, mit den Geschwistern die Hausübung machen und vielem mehr. Wir müssen das besser beschreiben, damit wir auch an diese Kinder herankommen und sie unterstützen können.“

Umfangreiche Maßnahmen sind gefragt

Um ein wirksames Maßnahmenpaket für pflegende Kinder zu schnüren, bedürfe es deshalb einer stärkeren Zusammenarbeit quer durch die Ressorts: „Diese Querschnittsmaterie betrifft vom Sozial- über das Familien- und Gesundheits- bis zum Bildungsressort nahezu die gesamte Landesregierung. Da ist die Politik gefragt.“  Nebst zusätzlichen konkreten Betreuungsangeboten ist für Humer-Vogl vor allem Aufklärung gefragt: „Wir brauchen niederschwellige Informationsangebote für die pflegenden Kinder, aber auch Bewusstseins- und Sensibilisierungskampagnen überall dort, wo Erwachsene mit Kindern zu tun haben - ob das nun in der Schule, im Sportverein oder im medizinischen Umfeld ist. Denn um pflegenden Kindern helfen zu können, müssen wir sie erst einmal erkennen.“