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am 25. January

Fall Ali Wajid: Schellhorn und Berthold wenden sich an Innenminister und Bundeskanzler

GRÜNE Salzburg - Trotz Kirchenasyls in Salzburg befindet sich der Lehrling Ali Wajid seit Donnerstag in Schubhaft. Mit eindringlichen Briefen haben sich LH-Stv. Heinrich Schellhorn und KO Martina Berthold am Freitag an das Innenministerium und an Bundeskanzler Kurz gewandt. Sie fordern eine erneute Prüfung des Falls.

​Sehr geehrter Herr Bundesminister/Sehr geehrter Herr Bundeskanzler!
 
Mit Bedauern haben wir gestern die Nachricht erhalten, dass Herr Ali Wajid, geb. 20.09.1995, St.A. Pakistan, im Zuge seiner vereinbarten Meldung in der zuständigen Polizeidienststelle angehalten wurde und in Schubhaft genommen wurde. 

Wir ersuchen Sie um eine erneute Prüfung des Falles. Herr Ali Wajid ist in Salzburg gut integriert und bis zu seiner Aufnahme in das Kirchenasyl in St. Peter einer Lehrausbildung nachgegangen. Es liegen sehr gute Anhaltspunkte für eine vertiefte Integration vor, die ein humanitäres Aufenthaltsrecht ermöglichen können. Auch eine Gefährdung seiner Person in seinem Heimatstaat aufgrund seines Aufenthalts in einem christlichen Kloster kann nicht ausgeschlossen werden. 

Zuletzt wurde die Möglichkeit der freiwilligen Ausreise in einen Drittstaat in Erwägung gezogen. Wir regen an, Herrn Ali Wajid den dafür notwendigen Zeitraum zur Verfügung zu stellen. Damit würden ihm auch die Möglichkeiten eröffnet werden, die im Regierungsprogramm der Bundesregierung unter den Stichworten Weiterentwicklung der Rot-Weiß-Rot-Karte, Berücksichtigung von Mangelberufen und bedarfsorientierte Gestaltung qualifizierter Zuwanderung vorgesehen sind. 

Wir sind der Überzeugung, dass sich für Herrn Ali Wajid eine positive Lösung im Rahmen der geltenden gesetzlichen Bestimmungen finden lässt, und ersuchen Sie um dementsprechende Prüfung und Umsetzung.  
Mit freundlichen Grüßen  
 
Heinrich Schellhorn Landeshauptmannstellvertreter​

Martina Berthold, Klubobfrau