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am 15. Juni

PFLEGELEHRE: Wertschätzung und Entlastung statt Qualitätsdumping in der Pflege!

Kimbie Humer-Vogl - „Der akute Personalmangel lässt sich durch die Einführung einer Pflegelehre nicht lösen, es braucht grundlegende Verbesserungen, denn Pflege ist systemrelevant."

Die Pläne der Bundesregierung eine 3-jährige Pflegelehre einzuführen, sind für LAbg. Kimbie Humer-Vogl, Klubchefin der GRÜNEN im Landtag, der falsche Weg zur Bewältigung des akuten Personalmangels. Pflege kann für sie keine Lehre im klassischen Sinne sein, vielmehr brauche es Maßnahmen zur Aufwertung des Berufs. 

Überforderung Jugendlicher als Risiko

„15-Jährige am Pflegebett arbeiten zu lassen halte ich für Unsinn“, so die GRÜN-Abgeordnete. Sie befürchtet vor allem eine Überforderung junger Menschen, da sich Jugendliche gerade in diesem Alter in einer sehr sensiblen Phase befänden: „Der Umgang mit belastenden Situationen wie Leid, Schicksalsschlägen, Sterben, Tod, Trauer, Aggressionen und auch Gewalt gehört zum Alltag in der Pflege. Das stellt auch für erfahrene Kräfte oft eine Herausforderung dar.“ Eine der mitzubringenden Anforderungen sei die „psychische Belastbarkeit“. Dazu könne man in diesem Alter noch nichts sagen, so die Abgeordnete.

Anerkennung nicht nur in der Corona-Krise

„Gerade die Corona-Krise hat gezeigt, dass professionelle Pflege systemrelevant ist und es kein Qualitätsdumping geben darf“, zeigt sich Humer-Vogl überzeugt. „Die Pflege kämpft seit langem um Wertschätzung und Anerkennung – und das zu Recht, denn der Beruf erfordert ein Höchstmaß an fachlicher, sozialer, kommunikativer, psychischer und ethischer Kompetenz.“ All das rufe nach einer hochwertigen Ausbildung, die entsprechend bezahlt werden müsse. „Dass es mehr Pflegekräfte braucht und es ein zusätzliches Ausbildungsangebot geben soll, steht außer Frage“ zeigt sich Humer-Vogl überzeugt. Dieses Problem jetzt aber auf die Jungen abzuwälzen und überstürzt eine Pflegelehre einzuführen sei keine geeignete Antwort auf die jahrelangen Versäumnisse im Pflegebereich. „Da ist eine ganzheitliche Reform samt grundlegender Verbesserungen für den ganzen Berufsstand gefragt und kein Qualitätsdumping“, so Humer-Vogl abschließend.