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am 4. April

E-Mobilität: Wir brauchen Infra­struk­tur, nicht Privilegien!

Rupert Fuchs - Energiesprecher LAbg. Fuchs empfiehlt den Blick ins „Elektro-Wunderland“ Norwegen

Das neue, grüne Nummerntaferl für Elektroautos soll seinen BesitzerInnen einige Vorteile bringen. Diskutiert werden aktuell etwa Privilegien im Straßenverkehr und Gratis-Parken. Relativ wenig hält davon der GRÜNE Energiesprecher LAbg. Rupert Fuchs, der selbst bereits seit 1995 „elektronisch“ unterwegs ist: „Ich verstehe, dass solche Privilegien verlockend klingen, inhaltlich sinnvoll sind sie aber nicht. Was es zur Förderung der E-Mobilität wirklich braucht, ist ein zügiger Ausbau der notwendigen Infrastruktur“, betont er und empfiehlt einen Blick nach Norwegen, das seit Jahren als „Wunderland“ der Elektromobilität gilt.

E-Autos verstopfen Oslos Busspuren

Das skandinavische Land schaffte mit Steuervorteilen den Elektroauto-Boom und räumte den E-Autos zahlreiche „Startvorteile“ im Straßenverkehr ein. So dürfen etwa die 100.000 in Norwegen zugelassenen Elektroautos die Busspuren in den Städten benutzen. Doch dieses Privileg stößt zunehmend auf Kritik, zumal sich viele StadtbewohnerInnen ein E-Auto als Zweitauto anschaffen. Schätzungen zufolge besitzen fast 90 Prozent aller norwegischen E-Auto-Besitzer auch ein herkömmliches Auto. Das wird zunehmend ein Problem: Zu den Stoßzeiten seien auf Oslos Busspuren inzwischen größtenteils diese Elektro-Zweitwagen unterwegs. Die Folge: Die Busspuren sind verstopft, die Öffis langsamer unterwegs sind.

„Gerade im staugeplagten Salzburg mit seinen notorisch zu spät kommenden Bussen, sollten wir uns hüten, denselben Fehler wie die Norweger zu machen. Mit Privilegien wie der Busspurnutzung würde der Kampf um die ohnehin überlasteten Busspuren nur weiter angefeuert“, mahnt Fuchs.

Abgesehen davon seien E-Autos wahrlich keine Kleinwagen, weiß Fuchs. „Der Tesla erfreut sich allergrößter Beliebtheit bei den Neuzulassungen und der ist nun wahrlich kein Kleinwagen.“ Auch die E-Variante des Golf und das E-Modell von BMW - beide ebenfalls gerne gekauft – sind keine schnuckeligen Mini-Autos sondern Fahrzeuge von durchschnittlicher Größe.

Tank-Infrastruktur ausbauen

Wirklichen Verbesserungsbedarf sieht Fuchs hingegen beim Ausbau des E-Lade-System: „Hier hinken wir europaweit gesehen in Österreich noch hinterher. Eine ordentlich ausgebaute Tank-Infrastruktur würde die Nutzung vereinfachen und dadurch den Anreiz, sich ein E-Auto zuzulegen, wesentlich erhöhen“, so der GRÜNE Energiesprecher.