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am 14. Oktober

EVALUIERUNGSBERICHT ZU TEMPO 80

Heinrich Schellhorn - Da die Ergebnisse zu den Grenzwerten, insbesondere nach dem Covid-19-Lockdown, kein eindeutiges Bild zeigen, bleibt die Tempo 80-Verordnung bis auf weiteres aufrecht.

Das Land Salzburg veröffentlichte nun den aktuellen Evaluierungsbericht zu Tempo 80 auf der Westautobahn. Erfasst ist darin der Zeitraum von Mai 2019 bis April 2020. Insbesondere durch den Covid-19-Lockdown ergaben sich deutliche Abweichungen bei den Messungen. Für unseren Umweltreferenten LH-Stv. Heinrich Schellhorn zeigt sich kein eindeutiges Bild: „Durch die Covid-Auswirkungen fahren wir momentan im Nebel. Ob die Grenzwerte nach dem Lock-Down wirklich dauerhaft unterschritten werden, lässt sich noch nicht seriös beurteilen. Die Tempo 80-Verordnung bleibt daher bis auf weiteres aufrecht“.  

 
Wie der Evaluierungsbericht zeigt ist durch den Covid-bedingten Lock-Down zwar das Verkehrsaufkommen deutlich gesunken und damit auch die T80-Schaltzeiten. Es zeigte sich aber, dass aber öfters gegen das Tempolimit verstoßen wurde. Trotzdem lag die Geschwindigkeitsreduktion durch T80 im Durchschnitt bei 10,7km/h. In Summe wurden durch das flexible T80 sieben Tonnen NOx pro Jahr eingespart. Das sind 5,3 Prozent der NOx-Gesamtemissionen.
 
Tempo-80 hat darüber hinaus auch einen wesentlichen Effekt zur Lärmreduktion und CO2-Einsparung – auch wenn das gemäß Immissionsschutzgesetz Luft (IG-L) keine Gründe für die Verordnung von Tempo 80 sind. So wurden im Berichtszeitraum 3 Prozent (das sind rund 1.800 Tonnen) des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid eingespart, was einer Menge von rund 720.000 Litern Treibstoff entspricht.
 
Heinrich Schellhorn spricht sich daher dafür aus, flexible Tempolimits auch zur Reduktion von Lärm- und CO2-Emissionen zu ermöglichen: „Die Stickoxid-Emissionen, wegen denen wir Tempo 80 verordnen mussten, sinken zum Glück seit Jahren. Einerseits weil Tempo 80 wirkt, andererseits weil durch die Flottenerneuerung die Motoren endlich sauberer werden. Die Lärm- und CO2-Belastung ist aber immer noch deutlich zu hoch. Ich bin daher in Gesprächen mit Klima- und Verkehrsministerin Leonore Gewessler, damit wir auch dagegen wirksame Maßnahmen setzen können“.  
 
Die Jahresmittelwerte der Stickstoffdioxidemission auf der A1 sind von 51 Mikrogramm (μg) im Jahr 2014 auf 38 μg im Jahr 2019 gesunken. Der EU-Grenzwert liegt bei 40 μg im Jahresmittel. Im Falle einer dauerhaften Grenzwertunterschreitung fällt die Rechtsgrundlage für die Verordnung von Tempo 80 weg.