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am 17. September

Grüne fordern Comeback der Nachtzüge

Josef Scheinast - Verkehrssprecher LAbg. Scheinat: „Viele Menschen sind bereit, vom Flugzeug auf die Bahn umzusteigen. Dafür braucht es bessere Rahmenbedingungen!“

Immer mehr Menschen wollen für das Klima weniger fliegen. Das könnte die Chance für ein bereits totgesagtes Verkehrsmittel sein: den Nachtzug. Den Ausbau des europäischen Nachtzugsystems fordern nun die Grünen – ein entsprechender Antrag wird morgen, Mittwoch, im Landtag behandelt: „Wir wollen das Comeback des Nachtzugs in Europa. Nicht aus Nostalgie, sondern weil ein modernes europäisches Nachtzugnetz eine attraktive Alternative zum europäischen Flugverkehr sein kann“, erklärt LAbg. Josef Scheinast, Verkehrssprecher, die Initiative.

​Nachtzug kann mit dem Flieger preislich meist nicht mithalten

Derzeit sorgt eine Kombination von bahnfeindlichen Rahmenbedingungen, verfehlter Verkehrspolitik und eine klimafeindliche Steuerpolitik dafür, dass Zugfahren für viele wenig attraktiv ist. Für die Bahn herrscht derzeit ein unfairer Wettbewerbsnachteil: So wird etwa bei Flugtickets ins Ausland keine Mehrwertsteuer fällig – bei Bahntickets dagegen noch immer der volle Steuersatz von 20 Prozent. Ebenso muss die Bahn eine Eigenstromsteuer zahlen während für Kerosin nicht einmal die Mineralölsteuer fällig wird. „Wir müssen endlich aufhören, klimaschädliches Handeln zu subventionieren und stattdessen beginnen, klimafreundliches zu belohnen: Ein Fahrgast im Nightjet verbraucht 31 Mal weniger klimaschädliches CO2 als beim Fliegen auf der gleichen Strecke.“

​Positive Entwicklung fördern

„Nicht erst sei seit den ‚Fridays für Future‘-Demonstrationen denken viele Menschen über Alternativen zum Fliegen nach. Die Österreichischen Bundesbahnen haben den Trend erkannt und das Angebot im Nachtreisezugsegment vergrößert. Sie investieren weiter und haben 13 neue Nightjet–Züge bestellt. Ab 2022 sollen die Züge auf der Schiene rollen. „Diese Entwicklung müssen wir fördern“, so Scheinast abschließend.