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am 13. Juli

EUROPARK/AIRPORTCENTER: GRÜNE HALTEN AN „NEIN“ FEST: Lebendige Innenstädte statt toter Gassen

Josef Scheinast - Es wäre unklug die Krisengewinner zu unterstützen, wenn gleichzeitig viele Geschäftsleute um ihre Existenz bangen.

„Geschäftsschließungen, Arbeitsplatzverluste und Leerstände wären die Folge eines Ausbaus von Europark und Airportcenter. Also eine Verödung der kleinen Ortszentren, wie wir sie aus zahlreichen Gegenden in Österreich kennen.“ LAbg. Josef Scheinast, der Wirtschaftssprecher der GRÜNEN im Landtag, bekräftigt das „Nein“ der GRÜNEN zu den Ausbauplänen. Heute, Dienstag, endet die Frist für Stellungnahmen. Unter anderem spricht sich auch die Wirtschaftskammer gegen die Erweiterungspläne aus. 

Existenzängste der Geschäftsleute ernstnehmen 

„In den letzten Jahren wurden immer mehr kleine Geschäfte zugunsten der Großfläche verdrängt“, so Scheinast. Dass Airportcenter und Europark ausgerechnet jetzt ausgebaut werden sollen, sei einfach unklug. „Der Kaufkraftabfluss wäre enorm.Das ist Umsatz, der den kleinen Geschäften in Salzburgs Ortszentren fehlen wird - und das obwohl sie ohnehin schon durch die Krise stark gebeutelt sind“, gibt der GRÜN-Abgeordnete zu bedenken. „Für viele geht es um die Existenz.“ Das habe auch seine Tour durch die Regionen zutage gefördert. 

Lebendige Innenstädte statt toter Gassen

„Vor allem in den Gebirgsgauen sorgen sich viele Geschäftsleute um ihre Existenz“, berichtet Scheinast. „Ob im Tennengau, Pinzgau oder Pongau - bei ihnen herrscht Alarmstimmung, das Problembewusstsein ist groß. Im Flachgau – etwa in Straßwalchen und Neumarkt – haben viele Bürger*innen und Unternehmer*innen hingegen schon resigniert. Dort sind viele Strukturen in den letzten Jahren bereits kaputtgegangen.“ Diesen schleichenden Niedergang gelte es in den anderen Regionen zu verhindern. „Ich wünsche mir weiterhin lebenswerte Orte und keine toten Gassen.Deshalb werden wir an unserem ‚Nein‘ zur Erweiterung nicht rütteln.“

Überholte Gutachten keine Entscheidungsgrundlage

„Für eine wirklich seriöse Bewertung der Erweiterung muss man die Folgen der Pandemie berücksichtigen – sowohl auf die Kaufkraftentwicklung, als auch auf die Handelsstruktur“, so der Abgeordnete. „Die vorliegenden Gutachten stammen aus dem Jahr 2019. Damit beziehen sie sich nur auf die Gegebenheiten vor der Corona-Krise. Als Entscheidungsgrundlage können sie keinesfalls mehr dienen.“