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am 27. August

LH-Stv. Schellhorn kritisiert angekündigtes Aus der Lehre für Asylwerbende

- Appell an Bundesregierung: „Diese Entscheidung schadet der Integration ebenso wie der Wirtschaft. Wir brauchen eine sinnvolle Lösung für die Betriebe und die Asylwerbenden!“

„Dieses Vorhaben ist zynisch, realitätsfremd und im höchsten Maße unternehmerInnenfeindlich“, so reagiert der GRÜNE Landessprecher LH-Stv. Heinrich Schellhorn (in der Salzburger Landesregierung für Grundversorgung zuständig) auf das von der Bundesregierung angekündigte Aus der Lehre für Asylwerbende. Bildung und Arbeit seien die besten Integrationsmotoren „Damit zerstört schwarz-blau eine sehr erfolgreiche Integrationschance, sondern die Regierung agiert auch in höchstem Maße wirtschaftsfeindlich: Diese Entscheidung ist ein Schlag ins Gesicht für die österreichischen Betriebe, die händeringend Lehrlinge suchen“, kritisiert LH-Stv. Schellhorn. 

Situation in Salzburg 

In Salzburg sind laut Angaben des AMS derzeit 155 Asylwerbende in einer Lehrausbildung, die meisten davon im Bereich des Tourismus. Bis Ende März 2018 wurde 22 Lehrlingen eine solche Bescheinigung ausgestellt. 

Asylwerbende können ausschließlich in sogenannten „Mangellehrberufen“ tätig sein. Damit sie überhaupt eine Lehre beginnen können, müssen sie selbständig einen Ausbildungsbetrieb finden. Erst dann erteilt das AMS die entsprechende Arbeitsbewilligung.

Appell an die Bundesregierung: Lösung für Betriebe und Asylwerbende

LH-Stv. Heinrich Schellhorn: “Wenn es sinnvoll ist – und dafür sei nun einmal die Politik zuständig – könne man Recht ändern.” Er appelliert daher an die Bundesregierung, keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen, sondern im Dialog mit Unternehmen, Sozialpartnern, AMS und den Ländern eine sinnvolle und lebensnahe Regelung für Asylwerbende in Lehre zu suchen. „Wir brauchen jetzt keine ideologischen Debatten, sondern eine pragmatische und humane Lösung, die der Integration dient und sich an den Bedürfnissen der zahlreichen Betriebe orientiert, die dringend Fachkräfte brauchen.“ Eine Möglichkeit sei ein eigener Niederlassungstitel zur Absolvierung einer Ausbildung für Lehrlinge aus Drittstaaten sowie eine Ausweitung der Rot-Weiss-Rot-Card.