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am 7. November

LEISTBARES WOHNEN: Wo der Markt versagt, braucht es politischen Gestaltungswillen!

Martina Berthold - Berthold: „Viel zu viele Wohnungen stehen leer oder werden illegal touristisch genutzt. Die müssen wir für die Wohnungssuchenden mobilisieren!"

„Es wird gebaut und gebaut und gebaut. Der Hauptgrund für den angespannten Salzburger Wohnungsmarkt ist nicht der fehlende Wohnraum. Der Hauptgrund sind die vielen Wohnungen, die zweckentfremdet werden – durch Zweitwohnsitze, durch touristische AirBnB-Vermietungen, durch Leerstand und durch Spekulation“, das stellt die GRÜNE Klubobfrau und Bürgermeister-Kandidatin, LAbg. Martina Berthold, heute, Mittwoch, in der Aktuellen Stunde zum Thema „Wohnen in Salzburg – Vom Grundbedürfnis zum Luxusgut“ im Landtag fest.


Wohnen ist keine Ware, sondern ein Menschenrecht!


Im Jahr 2017 wurden im Bundesland Salzburg rund 3.715 Wohnungen baubewilligt. Alleine in der Stadt wurden seit 2005 über 19.000 Wohnungen gebaut. „Und immer noch suchen viele Menschen verzweifelt nach leistbaren Wohnungen“, so Berthold. Überraschend sei dies nicht angesichts von 60.000 Zweitwohnsitzen im Bundesland, 3.500 leerstehenden Stadt-Wohnungen und 1.000 AirBnB-Angeboten in der Stadt Salzburg. „Diese Entwicklung heizt die Mietpreise an und verschärft die Wohnungsnot. Es ist höchste Zeit, dass wir hier anpacken. Wir müssen die Spekulation mit Grundstücken und Wohnungen in den Griff bekommen und das Marktversagen bekämpfen“, ist für Berthold klar. Denn: „Leistbares Wohnen ist nicht irgendeine Ware, sondern ein Menschenrecht. Das dürfen wir nicht allein dem Markt überlassen!“


Selbstverständlich müssten Stadt und Land auch in Zukunft ausreichend geförderte Wohnungen errichten. Damit allein sei das Problem aber eben nicht gelöst. „Es ist notwendig, an vielen verschiedenen Schrauben zu drehen“, sagt Berthold. Zu diesen gehören neben den Grundstückspreisen u.a. das Mietrecht, die Mobilisierung von Leerstand und Zweitwohnsitzen sowie die Regulierung von Online-Plattformen wie AirBnB. Berthold: „Nur mit einem solchen Maßnahmenbündel, an dem alle politischen Ebenen mitarbeiten müssen, können wir das Menschenrecht auf leistbares Wohnen durchsetzen Und die Zeit zu handeln ist jetzt!“