WASSERKRAFT: JA! ABER…
Wir GRÜNE sagen „Ja“ zur Wasserkraft, aber „Nein“ zu immer neuen Wasserkraftprojekten, die unter dem Deckmäntelchen Klimaschutz nur den steigenden Energiehunger und das Profitstreben von Energieunternehmen befriedigen
Unsere heimische Wasserkraft ist eine wertvolle erneuerbare Energieressource. Dies bedeutet aber keineswegs, dass ihr Einsatz immer und überall gerechtfertigt ist! Keine Energieform – auch nicht die der Erneuerbaren – legitimiert rücksichtslose Umweltzerstörung.
Derzeit wird vor allem von den großen Energieversorgern hemmungslos versucht, den Klimaschutz in eine Cash-Cow zu verwandeln. Während sich die vielen kleinen Ökoenergie-Pioniere jahrelang unzähligen Hürden und Schikanen ausgesetzt sahen, scheint nun plötzlich alles möglich: Wo immer ein großer Investor ein Energiegeschäft wittert, wird schnurstracks „Klimaschutz“ aufs Projekt gepinselt und von Naturschutz über Wasserrecht bis zur Raumordnung alles kurzerhand beiseite geschoben.
Tatsache ist, dass Salzburg jetzt schon deutlich mehr Strom aus Wasserkraft erzeugt als hier verbraucht wird. 3.500 Gigawattstunden – so hoch ist der jährliche Stromverbrauch im Bundesland. Auf deutlich mehr, nämlich auf 5.000 Gigawattstunden, beläuft sich die Strommenge, die jährlich in Salzburg aus Wasserkraft gewonnen wird. Diese Zahlen machen deutlich, dass der Bau neuer Flusskraftwerke nichts mit der Energieversorgung im Land zu tun hat, sondern vielmehr mit lukrativen Geschäften außerhalb von Salzburg.
Für die Gewinnmaximierung der Energiewirtschaft sind die letzten intakten heimischen Flusslandschaften jedoch zu schade! Wir müssen stattdessen endlich die Effizienz- und Einsparpotenziale nutzen: Salzburgs unverhältnismäßig hohe Zahl an Elektroheizungen durch Alternativen zu ersetzen, würde den Strom von sieben (!) Salzachkraftwerke für andere Verwendungszwecke freimachen. Und würden dann noch sämtliche bestehenden Wasserkraftwerke in Salzburg auf modernsten Stand gebracht, brächte dies einen Mehrertrag an Strom, der der Produktion von weiteren zehn Flusskraftwerken entspräche.
Vor diesem Hintergrund führt sich die Forderung nach neuen Wasserkraftwerken im Land völlig ad absurdum. Statt Beton ist ohnehin Renaturierung gefragt, denn mehr als 47 % unserer heimischen Fließgewässerstrecken entsprechen nicht den ökologischen Anforderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie!