AN EFFEKTIVEM HERDENSCHUTZ FÜHRT KEIN WEG MEHR VOBEI
"Der bestmögliche Schutz der Weidetiere ist nicht mit dem Gewehr zu erreichen, sondern mit funktionierendem Herdenschutz!"
„Bei meiner Wanderung mit den betroffenen Schafbauern und -bäuerinnen in Rauris hat sich abermals herausgestellt, dass wir beim Herdenschutz rasch in die Gänge kommen müssen. Nur dann können die Landwirt*innen ihre Nutztiere wirksam vor dem Wolf schützen.“ LAbg. Kimbie Humer-Vogl, Klubchefin der GRÜNEN im Salzburger Landtag, bringt in der morgigen Ausschusssitzung einen Antrag ein, in dem sie klare rechtliche Rahmenbedingungen für Herdenschutzhunde und Fördermittel für deren Ausbildung fordert. „Der bestmögliche Schutz der Weidetiere ist nicht mit dem Gewehr zu erreichen, sondern mit Herdenschutz.“
Rauriser Wolfsrisse: Schnelle Unterstützung im Krisenfall
„Es ist völlig verständlich, dass die Schafzüchter*innen in Rauris durch den Übergriff des Wolfes zutiefst erschüttert sind und sich im Stich gelassen fühlen. Sie wissen derzeit nicht, wann sie ihre Schafe wieder auf die Alm schicken können. Sie weiterhin in Hofnähe zu lassen bedeutet, dass das Futter für den Winter zu knapp wird. Auch leiden die Schafe unter der Hitze im Tal“, so Humer-Vogl. Dass es in solchen Situationen rasche und kompetente Beratung brauche, um den Landwirt*innen wieder Perspektiven zu eröffnen, sei offensichtlich: „Die Weidetierhaltung muss auch in Gebieten, in denen der Wolf lebt, möglich bleiben. Das geht nur mit Elektrozäunen und Herdenschutzhunden, die den Wolf davon abhalten, auf einer Weide leichte Beute zu finden.“
Sofortunterstützung statt leeren Versprechungen
„Kaum tauchen Wölfe auf, wird schon der Ruf nach ‚Entnahme‘ derselben laut. So sehr ich den Wunsch der Landwirt*innen verstehe, so sinnlos ist es diese Forderung zu unterstützen“, sagt Humer-Vogl. Stattdessen sollten sofort professionelle Herdenschutz-Notfallteams anreisen, die die Gefährdungslage abklären und vorübergehend den Herdenschutz für die Landwirt*innen übernehmen. „So könnten sie das Vertrauen in diese Schutzmaßnahmen erwerben und vielleicht in weiterer Folge dafür gewonnen werden. Denn das allseits beliebte ‚geht nicht‘ gibt’s beim Herdenschutz eigentlich kaum!“, so Humer-Vogl. Für nicht zielführend hält sie es, wenn den Landwirt*innen in Aussicht gestellt wird, dass der strenge Schutzstatus des Wolfes aufgeweicht werden wird: „Der zuständige EU-Kommissar hat das letztes Jahr erneut abgelehnt. Wenn man sich darauf verlässt, geht wertvolle Zeit für den Aufbau eines effektiven Herdenschutzes verloren. Und dann befürchte ich, dass wir die ‚Wolfsdebatte‘ zukünftig jedes Jahr führen werden“, so Humer-Vogl abschließend.