Femizid in Wels: GRÜNE fordern Ausbau der Männerberatung
In Salzburg schießt ein Großvater auf seine Enkelin, in Wels ermordet ein Vater mutmaßlich seine Tochter. Diese jüngsten Fälle zeigen erneut, dass Gewalt gegen Frauen keine „Einzelfälle“ sind, sondern bittere Realität. Die GRÜNE Klubobfrau Martina Berthold fordert, dass Salzburg daraus die richtigen Schlüsse zieht und neben dem Opferschutz die Täterarbeit deutlich stärkt: „Wir dürfen nicht erst dann hinschauen, wenn es zu spät ist. Wer Gewalt an Frauen und Mädchen verhindern will, muss bei Männern anfangen. Die Männerberatung hilft dabei, belastende Situationen ohne Aggression zu bewältigen und schützt damit auch Frauen und Kinder.“ Wichtig dabei ist, dass Männer frühzeitig erreicht werden. Nur so kann Burschen- und Männerarbeit sowie opferschutzorientierte Täterarbeit Eskalationen stoppen, bevor aus Konflikten Gewalt wird.
Die Salzburger GRÜNEN fordern daher in einem Antrag den Ausbau der Männerberatung als Teil einer ganzheitlichen Gewaltprävention. Rund 750 Gefährder werden jedes Jahr nach einem Betretungs- und Annäherungsverbot zu Beratungen verpflichtet, zusätzlich zu freiwillig Ratsuchenden. Die Kapazitäten reichen dafür nicht. Bei der Beratungsstelle „Männerwelten“ warteten im Dezember 2025 46 Männer, die Zahl der Klienten ist in drei Jahren um über 60 Prozent gestiegen. Besonders groß sind die Lücken im Flachgau, im Pongau und im Lungau. „Wenn Beratung erst nach Wochen möglich ist, ist das ein Sicherheitsrisiko für Frauen und Mädchen“, sagt Berthold.
Den entsprechenden Antrag finden Sie im Anhang und unter folgendem Link:
https://www.salzburg.gv.at/00201lpi/17Gesetzgebungsperiode/4Session/214.pdf
Für Rückfragen:
Moritz Engel
Pressesprecher
+43-680-1551562