Aberkennung der Landesehrung für Waggerl & Karajan
Anlässlich des morgigen Internationalen Gedenktages für die Opfer des Holocaust fordern die GRÜNEN Salzburg eine konsequente Haltung zu den Landesehrungen des Landes Salzburg. Im Falle des SOS-Kinderdorfgründers Gmeiner, gegen den massive Missbrauchsvorwürfe vorliegen, hat die Landesregierung völlig zu Recht rasch reagiert und jüngst die Aberkennung des Goldenen Ehrenzeichens beschlossen. Gleichzeitig sind zwei NS-belastete Männer nach wie vor Träger des Rings des Landes Salzburg: Herbert von Karajan (verliehen am 04.03.1968) und Karl Heinrich Waggerl (verliehen am 05.09.1957). Beide scheinen in der Liste der 13 Personen auf, die von einer Historiker:innen-Kommission aufgrund ihrer schweren Verstrickungen mit dem NS-Regime als besonders belastet eingestuft worden sind. Diese Liste entstand im Rahmen einer Studie zu Straßennamen im Auftrag der Stadt Salzburg.
Dass diese Ehrungen bis heute aufrecht sind, sendet ein völlig falsches Signal. Wer nachweislich Teil des NS-Systems war, ist wahrlich kein Vorbild für unser Land. Nationalsozialisten verdienen keine Ehrung“, so die GRÜNE Klubobfrau Martina Berthold und fordert: „Die Landesregierung muss jetzt einen konsequenten Schritt setzen und diesen Männern die Landesehrung aberkennen.“
Berthold kündigt zudem einen Antrag im Landtag an, um die Ehrungen des Landes historisch aufzuarbeiten und systematisch zu prüfen: „Angesichts der Rekordzahlen bei rechtsextremen Straftaten ist es höchste Zeit, dass das Land seiner Verantwortung gerecht wird. Es kann nicht sein, dass das Land Salzburg bis heute Personen ehrt, die in der dunkelsten Zeit unserer Geschichte belastet sind.“
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