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21.01.2026 Presseaussendung

GRÜNE mit klaren Erwartungen an Pflegeplattform 3

Ein Arzt mit Stethoskop hört den Puls einer Frau in der Armbeuge ab. Von beiden Personen sind nur die Arme und Hände zu sehen
"Prävention stärken, Pflegekräfte entlasten, Digitalisierung nutzen."
Kimbie Humer-Vogl

Morgen trifft sich die Pflegeplattform 3 zum ersten Mal in Präsenz. Die GRÜNE Pflegesprecherin Kimbie Humer-Vogl nutzt das als Anlass um klare Erwartungen zu formulieren: „In der Pflege brennt der Hut. Deswegen begrüßen wir, dass ein Instrument, das schon während unserer Regierungszeit wirksam war, wieder aufgegriffen wird. Entscheidend ist aber, dass auch diesmal konkrete und wirksame Maßnahmen ausgearbeitet werden.“ Für Humer-Vogl muss es darum gehen die Prävention zu stärken, Pflegekräfte zu entlasten und die Digitalisierung zu nutzen.

 

Die wichtigste Aufgabe ist, Menschen so lange wie möglich gut zu Hause zu versorgen“, so Humer-Vogl. Dazu brauche es Caring Communities, also lokale Netzwerke aus Gemeinde, Ehrenamtlichen, Nachbar:innen und Profis, die Hilfe koordinieren. Ebenso entscheidend seien Community Nurses als niederschwellige Ansprechpersonen vor Ort. „Und wir brauchen endlich eine wirksame Demenzstrategie: mit früher Diagnose, guter Beratung und Tagesangeboten sowie Schulungen für Angehörige. Das entlastet Heime und Budget und gibt mehr Menschen die Chance, in den eigenen vier Wänden alt zu werden.

 

Auch müsse es primär darum gehen, mehr Pflegekräfte zu finden und auszubilden. Denn laut aktuellen Zahlen werden bis 2035 1.5000 Pflegekräfte mehr benötigt als bisher. „Mehr Betten helfen nicht, wenn die Pflegekräfte fehlen. Statt den Pflegebonus zu streichen, braucht es spürbare Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen“, fordert Humer-Vogl. Sie sieht einen wichtigen Ansatz in der Digitalisierung. Auch hier müsse die Pflegeplattform konkrete Lösungen vorantreiben, wie etwa eine einheitliche digitale Dokumentation und Übergaben, eine smarte Dienstplanung oder Tele-Visiten/Telepflege.

 

Die Latte für eine erfolgreiche Pflegeplattform liegt hoch. Angesichts der drohenden Pflegekrise gilt aber: Scheitern ist keine Option„, so Humer-Vogl, die Zweifel hat, ob sich die Landesregierung dem Ernst der Lage bewusst ist. „In nur wenigen Sitzungen, ganz ohne Expert:innen von außen wird es schwierig, tragfähige Lösungen zu finden. Ob die Plattform erfolgreich ist, wird davon abhängen, welche Strukturen den Arbeitsgruppen vorgegeben werden, ob die Arbeitsgruppen-Leiter:innen ergebnisoffen arbeiten können und ob die Umsetzung der Ergebnisse tatsächlich finanziell abgesichert wird. Ansonsten droht die Pflegeplattform zu einer Alibi-Aktion zu verkommen.