ME/CFS: GRÜNE fordern spezialisierte Pflege und Versorgung
„ME/CFS ist eine schwere Erkrankung, die nicht nur für die Betroffenen extrem belastend ist, sondern ebenso für die Angehörigen. Gerade schwer und schwerst Erkrankte sind in der Regel rund um die Uhr auf Pflege angewiesen. Die Betroffenen sind bettlägrig und liegen auf Grund der Reizempfindlichkeit oft in abgedunkelten, lärmgeschützten Zimmern und reagieren sogar auf Gespräche und Körperkontakt extrem empfindlich. Schon kleine Belastungen können ihren Zustand massiv verschlechtern“, so die GRÜNE Gesundheitssprecherin Kimbie Humer-Vogl. Eltern, Partner:innen und Familienmitglieder sind deswegen oft über Jahre rund um die Uhr gefordert, häufig ohne ausreichende fachliche Unterstützung und ohne Entlastung. Mit einem Antrag im Landtag will die GRÜNE Gesundheitssprecherin Kimbie Humer-Vogl hier Abhilfe schaffen. „Die Angehörigen leisten Unglaubliches. Aber die Pflege von ME/CFS-Patient:innen darf nicht zum privaten Dauer-Ausnahmezustand werden. Salzburg braucht endlich Strukturen, die Betroffene und Angehörige auffangen“, so Humer-Vogl.
Die GRÜNEN fordern daher ein landesweites Fortbildungsprogramm für Pflegepersonen, mobile Dienste, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. Außerdem sollen spezialisierte mobile ME/CFS-Pflegeteams geprüft werden, die Betroffene zu Hause versorgen können. Für notwendige Krankenhausaufenthalte oder den Ausfall häuslicher Pflege braucht es reizarme Versorgungsplätze mit angepasster Betreuung. „ME/CFS passt nicht in die üblichen Abläufe unseres Gesundheitssystems. Genau deshalb braucht es maßgeschneiderte Hilfe. Wer ME/CFS hat, darf nicht durchs Raster fallen, nur weil das Krankheitsbild komplex ist“, betont Humer-Vogl.
Auch der Bund ist gefordert: Die GRÜNEN fordern eine fachliche Leitlinie für die Pflege von Menschen mit ME/CFS, orientiert an internationalen Best-Practice-Modellen und aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. „Betroffene und Angehörige warten seit Jahren darauf, dass sie gesehen und ernst genommen werden. Jetzt ist es an der Zeit, hinzuschauen und zu handeln. Ein lebenswertes Salzburg lässt Menschen mit ME/CFS nicht allein“, sagt Humer-Vogl abschließend.