380-KV: UVP-VERFAHREN FÜR PROTEST UND WIDERSTAND NUTZEN
"Der Strommarkt ist massiv im Umbruch. Das muss die Landesregierung bei der endgültigen Bewertung ebenso berücksichtigen wie die Einwendungen der Bürger und Bürgerinnen."
Die starke Zunahme der Erneuerbaren Energien führt derzeit zu stärker „geglätteten“ Verbrauchsspitzen: War Strom früher zur Mittagszeit Mangelware und damit teuer, hat sich das durch Sonnenenergie geändert. Das wiederum wirkt sich auf den Strompreis aus, weshalb Energieexperten davon ausgehen, dass sich neue Pumpspeicherkraftwerke in Zukunft nicht mehr rechnen werden. Damit aber müssen auch die großen Versorgungsleitungen hinterfragt werden“, meint Rössler.
Zum Hintergrund: Die Pumpspeicherkraftwerke machen es möglich, Strom dann zu erzeugen, wenn wenig davon am Markt und der Preis deshalb hoch ist. „Das ist der entscheidende Punkt, weshalb sich diese teuren High-Tech-Kraftwerke überhaupt rechnen“, so Rössler.
Je mehr Strom auf diese Weise erzeugt wird, desto höher ist der Gewinn für die Energieversorger, desto „größer“ muss gleichzeitig die Transportleitung für die Energie sein.
Die enormen Investitionen in Pumpspeicherkraftwerke und 380-kV-Leitungen rechnen sich aber bei sinkenden Spitzenstrompreisen nur dann, wenn der Energieverbrauch kräftig weiter steigt. „Genau das kann keinesfalls im Interesse Landes sein!“ betont die GRÜNE Umweltsprecherin. Sie fordert deshalb die Landesregierung auf, „Flagge zu zeigen“ und das öffentliche Interesse unter den geänderten Rahmenbedingungen des Strommarktes neu zu bewerten. „Die 380-kV-Leitung würde alle energiepolitischen Maßnahmen konterkarieren, die zum Schutz des Klimas notwendig sind. Diese Leitung darf nicht gebaut werden.“