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28.02.2013 Presseaussendung

380-KV: UVP-VERFAHREN FÜR PROTEST UND WIDERSTAND NUTZEN

"Der Strommarkt ist massiv im Umbruch. Das muss die Landesregierung bei der endgültigen Bewertung ebenso berücksichtigen wie die Einwendungen der Bürger und Bürgerinnen."

Mit der Kundmachung des UVP-Verfahrens geht die 380-kV-Leitung endgültig in die heiße Phase. „Das ist die letzte Gelegenheit, diese Stromautobahn zu stoppen“, ist LAbg. Astrid Rössler, Umwelt- und Energiesprecherin der GRÜNEN, überzeugt und appelliert an die BürgerInnen, von ihrem Recht auf Einwendungen Gebrauch zu machen. Zwischen 20. März und 15. Mai besteht für alle SalzburgerInnen die Möglichkeit, ihre Bedenken gegen die Leitung bei der Behörde zu deponieren. Ergänzend dazu ist für Rössler die Landesregierung gefordert, das „öffentliche Interesse“ an der Leitung neu zu bewerten, „schließlich haben sich die Rahmenbedingungen durch die Umbrüche am Strommarkt radikal verändert“.

Die starke Zunahme der Erneuerbaren Energien führt derzeit zu stärker „geglätteten“ Verbrauchsspitzen: War Strom früher zur Mittagszeit Mangelware und damit teuer, hat sich das durch Sonnenenergie geändert. Das wiederum wirkt sich auf den Strompreis aus, weshalb Energieexperten davon ausgehen, dass sich neue Pumpspeicherkraftwerke in Zukunft nicht mehr rechnen werden. Damit aber müssen auch die großen Versorgungsleitungen hinterfragt werden“, meint Rössler.

Zum Hintergrund: Die Pumpspeicherkraftwerke machen es möglich, Strom dann zu erzeugen, wenn wenig davon am Markt und der Preis deshalb hoch ist. „Das ist der entscheidende Punkt, weshalb sich diese teuren High-Tech-Kraftwerke überhaupt rechnen“, so Rössler.
Je mehr Strom auf diese Weise erzeugt wird, desto höher ist der Gewinn für die Energieversorger, desto „größer“ muss gleichzeitig die Transportleitung für die Energie sein.

Die enormen Investitionen in Pumpspeicherkraftwerke und 380-kV-Leitungen rechnen sich aber bei sinkenden Spitzenstrompreisen nur dann, wenn der Energieverbrauch kräftig weiter steigt. „Genau das kann keinesfalls im Interesse Landes sein!“ betont die GRÜNE Umweltsprecherin. Sie fordert deshalb die Landesregierung auf, „Flagge zu zeigen“ und das öffentliche Interesse unter den geänderten Rahmenbedingungen des Strommarktes neu zu bewerten. „Die 380-kV-Leitung würde alle energiepolitischen Maßnahmen konterkarieren, die zum Schutz des Klimas notwendig sind. Diese Leitung darf nicht gebaut werden.“​