Skip to main content
    Barrierefreiheit
05.07.2021 Presseaussendung

72 JAHRE GEMEINDEAMT EIN NACHRUF

Gemeindeamt Großgmain altes Foto

Könnte ein Haus sprechen, dann hätte, das 1949 errichtet und nun ausgediente, Gemeindeamt wohl viel zu berichten. Jahrelang wurde hier Gemeindegeschichte geschrieben. Doch 72 Jahre intensive Nutzung haben an der Bausubstanz Spuren hinterlassen. Größe und Ausstattung sind nicht mehr zeitgemäß.

Die Nachkriegszeit in Großgmain war geprägt vom Wiederaufbau, von starkem Bevölkerungswachstum[1] und dem Bestreben[2] Großgmain als Fremden- und Luftkurort wiederzubeleben. Die damalige Gemeindevertretung hatte beschlossen, ein sich schön in den Rahmen der Gegend einfügendes Gemeindehaus zu bauen. 1949 konnte dieses dann bezogen werden. Neben den Räumlichkeiten der Gemeindeverwaltung, dem Standesamt und dem großen Sitzungssaal bot das Haus zunächst auch dem Hausarzt Dr. Gotz Platz für eine Ordination im 1. Stock.

Sieben Bürgermeistern stand das Gebäude als Amtsstube zur Verfügung. Seit 1949 waren hier die Amtsleitung, Bauamt, Standesamt, Meldeamt, Buchhaltung und das Gemeindearchiv untergebracht. Hier wurde verwaltet, gestaltet, diskutiert und gefeiert, als auch Großgmainer Gepflogenheiten, Konventionen, Bräuche und Sitten gefestigt und weitergeben.

 

2020 hat die Gemeindevertretung beschlossen ein neues Gemeindeamt zu errichten, um den vielfältigen Aufgaben einer modernen Gemeinde als Amt, Bürgerservice, Rechtsträger eigner Einrichtungen, Tagungsort der Gemeindevertretung und Zentrum des Dorf- und Vereinslebens gerecht zu werden.

Jeder Neubeginn verlangt einen würdigen Abschied und Reflektion des Alten. Welche Traditionen wollen wir als Gemeinde ins Neue Haus übersiedeln? Welche lähmenden Gewohnheiten abstellen? Ob und in welcher Form soll oder kann das Alte Haus mit der nötigen Sorgfalt und Wertschätzung weiter genutzt werden?

Birgit Schreiner

Gemeindevertreterin

Fraktionssprecherin TÖV Großgmain

Apothekerin (46)

Beitrag teilen