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28.01.2020 Presseaussendung

AKTUELLE STUNDE ZU WINTERTOURISMUS

Schneekanonen im Sommer auf der Alm

Landtag diskutiert auf Vorschlag der GRÜNEN über die „Zukunft des Wintertourismus in Zeiten der Klimakrise“ – LAbg. Scheinast: „Natur muss wieder den Tourismus bestimmen und nicht der Tourismus die Natur!“

„Die Klimakrise entzieht dem Wintertourismus zunehmend die wichtigste Grundlage: die Schneesicherheit. Es ist jetzt der Zeitpunkt, sich darauf vorzubereiten und neue Spielregeln für den Wintertourismus zu definieren: Der Natur muss wieder den Tourismus bestimmen und nicht der Tourismus die Natur“, fordert der GRÜNE Umwelt- und Wirtschaftssprecher LAbg. Josef Scheinast anlässlich der morgigen Aktuellen Stunde im Landtag, in der auf Vorschlag der GRÜNEN über die Zukunft des Wintertourismus in Zeiten der Klimakrise diskutiert wird.

Es geht auch anders! 

„Was es jedenfalls braucht, sind mehr Maßnahmen zum Klimaschutz im Wintertourismus“, fordert Scheinast. Unter anderem sollen Modernisierungen von Skianlagen nur noch dann genehmigt werden, wenn die Betreiber im Zuge dessen ein „innovatives Energie- und Klimaschutzkonzept umsetzen“, so Scheinast.

„Gerade die Alpen sind bestens geeignet, um mit umweltfreundlichen Technologien erneuerbare Energie zu erzeugen; trotzdem wird Sonnenenergie in Salzburgs Skigebieten noch viel zu wenig und Windenergie bekanntlich noch gar nicht zur Stromerzeugung herangezogen“, so Scheinasts Kritik. „Es kann nicht sein, dass es immer mehr Schneekanonen gibt, wenn’s aber um das Aufstellen von Windrädern geht, herrscht das Florianiprinzip.“ Das Umsatteln auf klimaneutrale Solarlifte und Windrad-Sesselbahnen könne auch einen wertvollen Imagegewinn für eine Skiregion bringen, wie Projekte im Montafon oder der Steiermark zeigen.

Zudem müsse die Anreise mit Bus und Bahn zum Skiort noch attraktiver werden: Die Bemühungen der ÖBB, das Nightjet-Angebot in Skigebiete auszubauen, seien der richtige Weg. Um ein Umdenken in Gang zu bringen, sei auch „eine Ökologisierung des Steuersystems und der Wirtschaftsförderung dringend notwendig“.

„Wenn ich an das groteske Schneeband auf der Resterhöhe oder das Projekt Hochsonnberg denke, scheint das noch nicht bei vielen Skigebieten angekommen zu sein“, so Scheinast. Diese Beispiele würden zeigen, dass viele Skigebiete auf diese Veränderungen nach wie vor mit einer „Art Torschlusspanik“ reagieren würden, „als könnten noch mehr Schneekanonen, noch gigantischere Liftprojekte und noch mehr Pisten den Klimawandel stoppen. Es ist jedoch genau diese „höher-schneller-weiter“-Maxime, die unseren Planeten an den Rand des Kollaps bringt“, so Scheinast.

Alpen von Klimakrise besonders betroffen – Schneedecke geht zurück 

Die Fakten sprechen jedenfalls eine klare Sprache: In den Alpen sind wir aufgrund der geografischen Gegebenheiten von der Erderhitzung gleich doppelt so stark betroffen. „Als Folge der Klimaerhitzung wird die für den Schneesport geeignete natürliche Schneedecke bis 2100 bis in mittleren Lagen im Alpenraum und in den Mittelgebirgen weiter zurückgehen“, zitiert Scheinast aus Klimastudien der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). In Folge wird es weniger Schnee geben, und das betrifft hauptsächlich die Schneebedeckung im Spät- und im Frühwinter. In diesem Zusammenhang ändern sich auch die klimatologischen Rahmenbedingungen für die technische Schneeerzeugung.

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