APOTHEKEN ALS ANLAUFSTELLEN FÜR GEWALTOPFER
"In der Isolation steigt die häusliche Gewalt. Betroffene sollen in Salzburg künftig schnelle Hilfe in der Apotheke finden, wenn sie ein das Codewort ‚Maske 19‘ nennen."
„Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass häusliche Gewalt gegen Frauen während der COVID-Pandemie zugenommen hat“, zeigt sich LAbg. Kimbie Humer-Vogl, Klubchefin der GRÜNEN im Salzburger Landtag, besorgt. „Der Lock-Down ist mittlerweile für viele zu einer großen Belastung geworden. Wir brauchen weitere Unterstützungsangebote in Form von Anlaufstellen für Opfer von Gewalt. Sie sollen künftig rasch Hilfe in Apotheken finden, wenn sie den Code ‚Maske 19“ nennen, so die GRÜN-Abgeordnete. Morgen, Mittwoch, soll das in der Ausschusssitzung des Salzburger Landtags beschlossen werden.
Alles daran setzen, Frauen vor Gewalt zu schützen
„Gewalt gegen Frauen gehört auch in Europa immer noch zum traurigen Alltag. Unsere Bemühungen zur Bekämpfung körperlicher, sexueller und psychischer Gewalt dürfen deshalb nicht nachlassen. Denn es kann jede Frau treffen – sehr häufig auch in den eigenen vier Wänden. Oftmals haben die betroffenen Frauen aufgrund der häuslichen Isolation kaum eine Möglichkeit, sich der Gewalt zu entziehen“, so Humer-Vogl. „Gleichzeitig wird die Hemmschwelle höher, in der gemeinsamen Wohnung beispielsweise per Telefon Hilfe zu suchen, wenn der gewalttätige Partner mit in der Wohnung oder im Haus ist.“
Soforthilfeangebot in Apotheken für Gewaltopfer schaffen
„In Ländern wie Frankreich oder Spanien können von Gewalt Betroffene in Apotheken mithilfe eines Codeworts unauffällig um Hilfe bitten. Fällt dieser Code, wird die Polizei informiert.“ Das Gleiche gelte auch für Belgien. „Ich wünsche mir ein solches niederschwelliges und unbürokratisches Soforthilfeangebot für Gewaltopfer auch für Salzburg. Immerhin ist in Österreich von den über 15-Jährigen jede fünfte Frau körperlicher oder sexueller Gewalt ausgesetzt ist. Für die psychische und physische Gesundheit bleibt eine solche Gewalterfahrung nie ohne Folgen und begleitet die Frauen oft ein Leben lang“, so die Abgeordnete. „Jede Frau in unserem Land muss sich sicher fühlen können – im öffentlichen Raum und zu Hause.“