BFI-FINANZPROBLEME WERFEN NEUES LICHT AUF BILLIG-ANGEBOTE
"Erst drängt die AK-Tochter bfi andere Unternehmen aus dem Markt. Und steht jetzt selbst vor einem Millionen-Loch."
„Erst drängt das bfi durch Billigpreise andere Anbieter vom Markt und verursacht damit die Entlassung zahlreicher Beschäftigter über 50. Und jetzt stellt sich heraus, dass das bfi selbst in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Ich würde von der Arbeiterkammer gerne wissen, wie sie vor diesem aktuellen Hintergrund die Preisdumping-Strategie ihres Tochterunternehmens bei verschiedenen Ausschreibungen rechtfertigt.“ So kommentierte LAbg. Simon Hofbauer jüngste Medienberichte, wonach die Arbeiterkammer beim bfi (Salzburg Bildungs GmbH) einen Abgang von mehr als zwei Millionen Euro decken muss.
Am Beispiel des „Verein Einstieg“ zeigt sich für Hofbauer die Geschäftsstrategie des bfi: Viele Jahre lang wurde in Salzburg das Projekt MEET (Mädchen in die Technik) vom Verein Einstieg betrieben. Elf erfahrene MitarbeiterInnen (großteils über 50 Jahre alt) lehrten und betreuten dort Jugendliche mit gutem Erfolg. Heuer wurde das Projekt seitens des AMS neu ausgeschrieben – doch nicht das bewährte Team sondern das bfi bekam den Zuschlag, und zwar aus Kostengründen!
„Das bfi konnte also deutlich günstiger anbieten. Angesichts der nun bekannt gewordenen Zahlen drängt sich die Frage auf, ob das bfi möglicherweise auch zu nicht kostendeckenden Preisen angeboten hat“, erklärt Hofbauer. Für den Abgeordneten ist es jedenfalls „eine arbeitsmarktpolitische Perversion, dass ein AK-Tochterunternehmen erst andere Firmen durch Billigst-Angebote aus dem Markt drängt und dann wegen finanzieller Probleme plötzlich selbst über Personalabbau oder Lohnkürzungen nachdenken muss.“