LANDTAG FORDERT SOFORTIGE RÜCKNAHME DER TEST-STOPPS
„Stopp von PISA & Co. ist bildungspolitische Farce!“
„Dass Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek auf den Stopp der PISA und Bildungsstandard-Tests beharrt, ist eine bildungspolitische Bankrotterklärung und völlig verantwortungslos“, ärgert sich der GRÜNE Bildungssprecher LAbg. Simon Hofbauer. Daher beauftragten die GRÜNEN in der gestrigen Landtagssitzung die Landesregierung damit, bei der Bundesregierung eine sofortige Wiederaufnahme der nationalen und internationalen Bildungsstandard-Tests an österreichischen Schulen zu erwirken. Der Antrag wurde von den Landtagsfraktionen mehrheitlich unterstützt.
Hofbauer hält das angebliche „Datenleck“ für substanzlos und eine willkommene Ausrede, die Bildungstests abzudrehen, denn: „Das BIFIE wäre aus jetziger Sicht durchaus imstande, alle Erhebungen wie vorgesehen durchzuführen. Das sture Beharren auf ihrem Standpunkt soll wohl Durchsetzungsvermögen signalisieren und verhindern, dass PISA auch in dieser Legislaturperiode schlechte Ergebnisse offenlegen könnte. Ich halte das Manöver für eine völlig kurzsichtige, populistische Maßnahme, die eine evidenzbasierte Bildungspolitik endgültig begräbt!“
Die Frage, wie Österreich in Zukunft die Qualität der österreichischen Schulen überprüfen und weiterentwickeln will, bleibt von Seiten des Ministeriums weitestgehend unbeantwortet: Dabei braucht Österreich diese internationalen Vergleichsdaten dringend, um aufzuklären, was im österreichischen Bildungssystem nicht funktioniert: „Nur so können wir uns verbessern und eine Verbesserung des österreichischen Bildungssystem ist längst überfällig!“
Zusätzliche Kosten durch Test-Stopp
Die Verschiebung der Bildungsstandard-Überprüfungen sehen die Bifie-Chefs auch mit zusätzlichem finanziellem Ressourcenbedarf verbunden. Unter anderem müssten sämtliche Erhebungsmaterialien neu gedruckt werden, was allein knapp eine Million Euro koste. Alleine 170.000 Testhefte müssten quasi „eingestampft“ werden. Dazu kämen erneute Datenmeldungen durch die Schulleitungen und nun vermutlich vergebliche Ausgaben für (10.000!) TestbetreuerInnen.
Auch eine Schließung des Bifie, das laufend unliebsame Daten liefert, ist nicht auszuschließen. Was mit den 109 Angestellten passiert, nachdem deren Arbeit mit einem Federstreich eingestellt wurde, steht in den Sternen. Auch in Salzburg wären Dutzende Stellen von einer Schließung betroffen.
In Richtung Heinisch-Hosek sagt LAbg. Hofbauer abschließend: „Die Bildungsministerin soll sich nicht beratungsresistent zeigen und auf die Stimmen der OECD, sowie unzähliger Expertinnen und Experten hören, die eine Weiterführung der Standardüberprüfungen vehement einfordern.“