BIO? LOGISCH!
Bio boomt. Allein im Jahr 2011 wurden in Österreich Bio-Produkte im Wert von 304 Millionen Euro umgesetzt. Doch was genau bedeutet „Bio”?
BIO-PRODUKTE…
- verzichten konsequent auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel (z.B. Pestizide), Wachstumsregulatoren und Antibiotika
- werden ausschließlich organisch gedüngt – (krebserregendes) Nitrat und andere chemischen Stickstoffdünger sind verboten
- sind garantiert Gentechnik-frei
- dürfen keiner konservierenden Strahlung ausgesetzt werden
- enthalten keine Geschmacksverstärker, Emulgatoren, künstliche Aromen oder Farbstoffe
- Tiere werden artgerecht gehalten – mit genügend Auslauf und natürlichem Futter; Tiermehl, Antibiotika und Gen-Futter darf den Tieren nicht vorbeugend verabreicht werden
BIO HEISST: 100 PROZENT KONTROLLIERT
Nur Bio-Produkte dürfen folgende Bezeichnungen tragen:
„aus (kontrolliert) biologischem (ökologischem) Anbau (Landbau)““aus (kontrolliert) biologischer (ökologischer) Landwirtschaft“Achtung: Bezeichnungen wie „aus naturnahem Anbau“, „aus kontrolliertem Anbau“ oder „aus umweltgerechter Landwirtschaft“ sind Etikettenschwindel und haben mit Bio nichts zu tun.
BIO, ÖKO ODER BEIDES?
Worin besteht also der Unterschied?
Bis 1993 waren Begriffe wie Bio oder Öko nicht geschützt. Sie bedeuteten schlicht: Das Produkt wurde natürlich hergestellt. Aber was heißt schon „natürlich“ – ein dehnbarer Begriff, der viele Interpretationen zulässt. In einer EU-Verordnung wurde deshalb festgelegt, wie ökologischer Anbau grundsätzlich auszusehen hat. Es wurde auch ein Rahmen dafür geschaffen, wie Bioprodukte verarbeitet, verpackt und gekennzeichnet werden müssen. Ab 1. Jänner 2009 gilt für die Produktion und Kennzeichnung von Bio-Lebensmitteln die neue Bio-Verordnung (EG) 834/2007. Der einst verpflichtende Hinweis „aus biologischer Landwirtschaft“ ist nicht mehr notwendig. Es reicht die Bezeichnung z.B. Bio-Weizen. Weiters muss, wie bisher, die Kontrollnummer und/oder der Name der Bio-Kontrollstelle angeführt sein.
Aber ist das nun das Gleiche?
Biologisch oder ökologisch – die Begriffe sagen an und für sich das Gleiche aus. Bei den KonsumentInnen ist der Begriff biologisch gebräuchlicher, während Fachleute zunehmend den Begriff ökologisch verwenden. Er beschreibt besser das System des ökologischen Landbaus und ist auch weniger verwechselbar als die Vorsilbe bio. Doch Vorsicht: Es gibt Aussagen, die keinen ausreichenden Hinweis auf die ökologische Erzeugung eines Produktes geben wie z.B. aus Freilaufhaltung, nur organische Dünger oder keine Spritzmittel. Daher sollten Sie immer genau auf das Bio-Siegel bzw. die Kennzeichnung des Produktes achten.