EBEN UND HÜTTAU ALS BETREIBER VON ASYLQUARTIEREN
Im Pongau werden damit zehn weitere, dringend notwendige Plätze geschaffen
Landesrätin Mag. Martina Berthold begrüßt die Initiative der beiden Bürgermeister, Herbert Farmer (Eben) und Rupert Bergmüller (Hüttau), in ihren Gemeinden Asylwerbende aufzunehmen. „Zusätzlich zur Suche nach Quartieren in mittlerer Größe laufen derzeit Vorbereitungsarbeiten für ein weiteres Modell: In einer gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit werden ab spätestens September rund zehn Asylwerber/innen in zwei Wohnungen aufgenommen“, so Berthold heute, Freitag, 4. Juli.
Die beiden Gemeinden fungieren hier als Quartiersbetreiber und übernehmen damit die Begleitung und Unterstützung der Asylwerbenden. Das reicht von der Zurverfügungstellung, Einrichtung und Instandhaltung der Wohnung oder Übernahme von behördlichen Schriftstücken, Hilfestellungen bei der Bewältigung des Alltags bzw. in Notsituationen bis hin zur Auszahlung der Essensbeiträge.
„Wichtig ist mir, dass auch bei dieser Form der Unterbringung die Mindeststandards eingehalten und den Asylwerbenden Deutschkurse angeboten werden. Zusätzlich übernimmt die Caritas die Sozialbetreuung, so wie bei allen anderen Asylwerber/innen in Salzburg“, hielt Berthold fest. „Wie ein Quartier betrieben wird, welche Offenheit und Wertschätzung den Bewohnerinnen und Bewohnern entgegengebracht wird, ist entscheidend für das Ankommen der Flüchtlinge. Und wenn die Gemeinden auch noch die Möglichkeit zur gemeinnützigen Beschäftigung bieten, dann wird den Asylwerbern und Asylwerberinnen am meisten geholfen. Denn sie wollen arbeiten“
GEMEINDEN STELLEN LEERSTEHENDE WOHNUNGEN ZUR VERFÜGUNG
In Salzburg befinden sich derzeit rund 1.300 Flüchtlinge, 92 davon sind unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Im Monatsschnitt leben rund 460 Personen in selbstorganisierten Privatunterkünften und rund 830 Personen in den derzeit 27 organisierten Unterkünften, die von Privatpersonen oder NGOs betrieben werden. Hinzu kommt nun die Unterbringung durch die zwei Pongauer Gemeinden, die genauso wie alle anderen Quartiere durch die Tagsätze des Bundes (maximal 19 Euro davon 6,50 Euro Essensgeld) abgedeckt wird.
Weltweit sind derzeit laut UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) mehr als 50 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter 25 Millionen Kinder. Das ist die höchste Zahl seit dem Zweiten Weltkrieg. Der massive Anstieg wurde hauptsächlich durch den Krieg in Syrien verursacht. 2,5 Millionen Menschen wurden zu Flüchtlingen, 6,5 Millionen zu Binnenvertriebenen.
„Es ist unsere Verpflichtung, Menschen in Not aufzunehmen und ihnen zu helfen, und das nicht nur, weil Österreich die Genfer Flüchtlingskonvention 1951 unterzeichnet hat. Wir können und dürfen nicht wegsehen“, so Berthold, die weiterhin auf der Suche nach Gemeinden ist, die Asylwerbende aufnehmen, in mittelgroßen Quartieren ebenso wie in mehreren Wohnungen.