Einsatz für die Natur in Großgmain
Vielfalt vs. Neophyten
In Großgmain breiten sich invasive Pflanzenarten zu nehmend aus und setzen der heimischen Natur spürbar zu. Besonders das Indische Springkraut verdrängt einheimische Pflanzen und verändert damit ganze Lebensräume. Viele Insekten verlieren dadurch wichtige Nahrungsquellen, was langfristig das ökologische Gleichgewicht ins Wanken bringt.
Ein deutliches Beispiel zeigt sich am Randersberg. Dort wurden bereits mehrere tausend Quadratmeter von den schnell wachsenden Pflanzen überwuchert. Auch die ökologisch wertvolle Wiese hinter der Bachinger Siedlung steht unter Druck. Dieses Gebiet zählt zu den sensiblen Biotoptypen und spielt eine wichtige Rolle für die Artenvielfalt in der Region.
Engagierte Unterstützung kommt von der Jugendfeuerwehr, die gemeinsam mit dem Biologen Stefan Stöllinger-Lumetzberger und weiteren Helferinnen und Helfern aktiv gegen die Ausbreitung vorgehen wollen. Ziel ist es, die betroffenen Flächen zu befreien und so wieder Platz für heimische Pflanzen zu schaffen. Dieser Einsatz erfordert Zeit, Wissen und eine koordinierte Vorgehensweise.
Wir haben dazu einen Antrag eingebracht, um diese Initiative gezielt zu unterstützen. Im Mittelpunkt stehen die fachgerechte Entsorgung des entfernten Pflanzenmaterials sowie die Möglichkeit, gemeindeeigene Flächen für die notwendigen Arbeiten zu betreten. So soll sichergestellt werden, dass die Maßnahmen wirksam und nachhaltig umgesetzt werden können.
Springkraut kompostieren – geht das?
Aus aktuellen Managementplänen geht hervor, dass die Samen des Drüsigen Springkrauts extrem langlebig sind, aber eine Kompostierung vor der Samenbildung sicher möglich ist. Die flachen Wurzeln trocknen rasch aus und sind nicht regenerationsfähig. Die Biomasse selbst ist sehr wasserreich, zersetzt sich schnell und lässt sich gut kompostieren. Deshalb habe ich im vergangenen Jahr in meinem privaten Garten einen kleinen Feldversuch durchgeführt. Das Ergebnis: Samenfreies Springkraut lässt sich problemlos kompostieren und verwandelt sich in wertvolle Gartenerde.
Info:
Neophyten sind Pflanzen, die nach 1492 durch menschliche Einflüsse in neue Gebiete gelangten. In Österreich gelten rund 30 Arten als invasiv – sie verdrängen heimische Vegetation, verringern die Biodiversität und können Schäden an der Infrastruktur verursachen. Bekannte Arten neben dem Drüsigen Springkraut sind der Japanische Staudenknöterich und der Riesen-Bärenklau. Bekämpfungsmaßnahmen umfassen mechanische Entfernung und Aufklärungskampagnen. Das Pflanzen oder Aussetzen invasiver Arten ist in Österreich verboten.
Lesetipp: Strategie für Tirol im Umgang mit gebietsfremden Pflanzenarten (PDF-Download)