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14.10.2022 Breaking News

ENERGIESPARVEREIN

Vier Glühbirnen auf Gras und eine leuchtet

Was können wir gegen die explodierenden Preise von Strom, Heizöl, Gas und Pellets tun?

Unmittelbar nichts – außer zahlen natürlich.

 

Aber: Ganz so hilflos sind wir Bürgerinnen und Bürger auch wieder nicht. Vor allem, wenn wir uns zusammenschließen, beispielsweise in einem Energiesparverein. Der sollte seinen Mitgliedern nicht den Verzicht predigen (die meisten Menschen wissen selbst, dass sie durch Abdrehen der Heizung Geld sparen können), sondern er sollte Hilfe bieten, Informationen, Erfahrungsaustausch. Motto:

Weniger Energieverbrauch bei gleichem Nutzen. Das geht. Oftmals sogar erstaunlich leicht.

 

Dazu haben wir eigentlich alles Nötige im Dorf, wir müssen es nur zusammentragen. Immer mehr Hausbesitzer, vor allem Bauern, betreiben Photovoltaik-Anlagen. Viele heizen ihr Warmwasser mit thermischen Solaranlagen, andere haben sich Wärmepumpen zugelegt – und alle haben ihre Erfahrungen gemacht. Manche auch durchaus schlechte Erfahrungen. Sie haben ihr Lehrgeld bereits
bezahlt. Und so ein Energiesparverein würde die ideale Plattform bieten, alle diese Erfahrungen unter den Mitgliedern auszutauschen.

 

Noch einen Vorteil hätte der Verein: Selbst wenn Fachleute dabei sind, besteht er doch überwiegend aus Laien und deren Erlebnisse in Sachen Energiesparen sind für andere meist hilfreicher und aussagekräftiger als Angaben aus der Werbung.

 

Wir haben Dorfbewohner, die sich mit dem Thema Energiesparen schon lang beschäftigen. Wie alle, die in ein Fachgebiet eingedrungen sind, werden auch sie gern darüber reden wollen. Dafür würde sich der
Verein als ideales Forum anbieten. Im Dorf leben Technikfreaks, die hochpräzise Thermometer oder teure Wärmebildkameras besitzen und damit auch umgehen können. Mit diesen Geräten lassen sich Schwachstellen in der Wärmedämmung von Gebäuden oftmals leicht aufspüren. Warum nicht davon regen
Gebrauch machen? Der Verein sollte eine erste Anlaufstelle sein, wo man hingehen kann, um mit Leuten zu
reden, die einen nicht vorrangig als Kunden sehen, sondern als Mitbürger, im Moment wahrscheinlich als Leidensgenossen … eine Art fachlicher Stammtisch. Dort könnte man leicht erfahren, ob der eigene Verbrauch an Heizmaterial zu hoch oder eher niedrig ist – einfach durch den Vergleich mit anderen, die über ihren Heizbedarf genau Buch geführt haben. Deren Daten sind jedenfalls aussagekräftiger als alle anderen, ganz einfach, weil sie von einem benachbarten Objekt stammen und nicht von irgendeiner Mess-Stelle am anderen Ende des Flachgaus.

 

Wir könnten Experten zu Fachvorträgen einladen, verschiedene Anlagen im Dorf besichtigen, Aufklärung betreiben (wo zahlen sich Investitionen oder Neuanschaffungen von Haushaltsgeräten aus und wo nicht?) oder auch Exkursionen organisieren. Denn, was viele von uns wollen/brauchen, das haben andere längst in Betrieb. Und die meisten von ihnen sind auch bereit, ihre Anlagen herzuzeigen und zu erklären. Viele Investitionen, die noch vor einem Jahr als unrentabel, weil kaum amortisierbar galten, erscheinen angesichts der heutigen Energiepreise auch finanziell durchaus interessant.

 

Der Verein sollte eine Initiative interessierter Menschen sein und unabhängig von Politik, Parteien oder Subventionsgebern. Um seine Ziele zu erreichen braucht er vor allem die Mitarbeit einiger Personen, aber nicht viel Geld. Mitmachen kann (soll) jede und jeder. Wenn sich einige Leute gemeldet haben, werden wir zu einer Versammlung einladen und die Gründung vorbereiten.

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