ENTSCHLEUNIGUNG UND DIE KLEINEN DINGE IM LEBEN
Stefan Schachinger ist Busfahrer in Salzburg und erzählt, was für ihn diese Arbeit so besonders macht:
Bei der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln geht es um noch vieles mehr, als nur darum, unsere Umwelt zu schützen. Es geht um Entschleunigung im Alltag und darum, so etwas Hektik aus dem täglichen Leben zu nehmen. Wir haben die Eindrücke von Fahrgästen und die eines Busfahrers gesammelt.
»Schwerfällig lasse ich mich auf meinen Sitz fallen und freue mich darüber, für die nächste halbe Stunde Busfahrt all meine Anspannung loslassen zu können. Ich krame mein Buch aus meiner Tasche und beginne die letzten Seiten davon zu lesen. Da unser Haus meist ausgefüllt von den Schreien und dem Lachen unserer drei Enkelkinder ist, habe ich hier im Bus endlich Zeit und Ruhe zum Lesen.«
»Ich setze mir Felix auf den Schoß und werfe dem Busfahrer noch ein letztes Mal einen dankbaren Blick zu. Nachdem ich tief durchgeatmet habe, stelle ich mit einem Blick auf die Uhr fest, dass ich noch genug Zeit bis zu meinem Arzttermin habe.«
»Gerade jetzt im Frühling genieße ich es total, noch im Dunkeln auf die erste Haltestelle zuzufahren um wenig später zu beobachten, wie langsam die Sonne aufgeht und die Wärme zu mir durchdringt.
Der Bus ist für mich ein so großes, aber ebenso ruhiges und gemächliches Gefährt und wenn ich es schaffe, ebenso entspannt zu bleiben, passiert es mir immer wieder, dass ich genau zum richtigen Zeitpunkt ein
bisschen länger in einer Haltestelle stehen bleibe und dann noch ein Fahrgast um die Ecke kommt, der froh ist seinen Bus nicht verpasst zu haben. So versuche ich mit viel Bedacht unterwegs zu sein, was mir immer
wieder Fahrgäste beschert, die mir durch ihre Dankbarkeit den Tag noch ein bisschen schöner machen. Und je entspannter und freier ich in meiner Arbeit bin, desto mehr solcher schönen Geschichten kann ich sammeln und das ist es, was mir die meiste Freude an meinem Beruf bereitet.«