FEMIZIDE: KRIMINALSTATISTIK MUSS DRINGEND REFORMIERT WERDEN!
Gewalt gegen Frauen ist niemals zu tolerieren.
„Nachdem in diesem Jahr bereits elf Femizide stattgefunden haben, wurde viel über Gewaltprävention und mehr Schutzmöglichkeiten für bedrohte Frauen diskutiert.“ Der GRÜNE Sicherheitssprecher LAbg. Simon Heilig-Hofbauer möchte das Maßnahmenpaket der Bundesregierung nun aber um eine weitere Maßnahme ergänzt sehen: „Die Kriminalstatistik der Polizei muss weiterentwickelt werden. Denn derzeit sind die Kategorien schlecht gewählt und geben zu wenig Auskunft.“
Zusätzliche Daten erheben, um Ursachen für Femizide zu ergründen
„In der Kriminalstatistik wird nicht nach Geschlecht bei Tötungs- und Sexualdelikten oder Stalking unterschieden. Das erschwert konkrete Aussagen zu Frauenmorden. Zwar geht die Art der Beziehung zwischen Opfer und Täter hervor, die Kategorien sind aber schlecht gewählt“, so der Abgeordnete. „Die Polizei spricht nämlich ganz allgemein von ‚familiärer Beziehung‘“. Ob es sich dabei aber um den Bruder, Vater oder Partner handelt, könne man daraus nicht ablesen. „Für 2020 werden insgesamt 54 Mordopfer ausgewiesen. Davon waren 31 Frauen und 23 Männer. Bei 71,7 Prozent gab es eine nicht näher definierte ‚Beziehung zwischen Täter und Opfer‘“. Diese Ungenauigkeit wird seit Jahren auch vom Europarat kritisiert, so Heilig-Hofbauer. „Daten systematisch zu sammeln und zu dokumentieren ist zentral, um Aussagen über Opfer und Täter machen zu können. Erst dann lassen sich oft nämlich auch erst die Ursachen der Gewalt verstehen und Femizide verhindern.“ Eine entsprechende Initiative wurde in der letzten Landtagssitzung als Dreiparteienantrag zusammen mit ÖVP und NEOS eingebracht.
Frauenmorde im Steigen
„Österreich hat seit Jahren eine erschreckende Femizid-Rate. 2021 wurde das Land schon durch eine ganze Reihe von Frauenmorden erschüttert. Auch Salzburg war Schauplatz eines grausamen Doppelmordes“, erinnert Heilig-Hofbauer. Dass das Land ein Problem mit Gewalt gegen Frauen habe, sei schon seit langem so: „2017 war Österreich sogar trauriger Spitzenreiter – nämlich das einzige Land, in dem mehr Frauen umgebracht wurden als Männer. Im Zuge der Berichterstattung der vergangenen Monate wurde auch die österreichische Kriminalstatistik kritisiert. Heilig-Hofbauer drängt auf eine Änderung: „Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter. Das muss sich auch in der Statistik der Polizei so wiederspiegeln, um angemessen reagieren zu können.“