FINANZSKANDAL IN SALZBURG
Jahrelang wurde in der Salzburger Finanzabteilung hochriskant mit Milliarden Euro Landesgeldern gezockt.
FINANZBERICHTE BELEGEN HOCHRISKANTE SPEKULATIONSGESCHÄFTE
Die Berichte zur Finanzlage des Landes Salzburgs, die Mitte Jänner 2013 von der Finanzabteilung sowie von ExpertInnen von Ithuba Capital AG, PriceWaterhouseCoopers und der OeBFA (Österreichische Bundesfinanzierungsagentur) vorgelegt werden, kommen alle zu einem Ergebnis:In zwei Portfolios (einem offiziellen und einem „geheimen“ Portfolio) wurden hochriskante Spekulationsgeschäfte mit Derivaten getätigt. So wurde z.B. auf die türkische Lira, den russischen Rubel oder die indonesische Rupiah gewettet. Neben Barguthaben und dem offiziell bekannten Derivatportfolio gibt es einen riesigen Berg an bisher unbekannten Wertpapierbeständen – finanziert mit einem Kredit von 1,8 Mia. Euro., der angeblich von der Referatsleiterin aufgenommen worden war. Das nicht offizielle Portfolio hat laut ExpertInnenbericht einen Wert von 1,353 Milliarden Euro – das 1000-Fache dessen, was bis dahin bekannt war.
GRÜNE WARNUNGEN WURDEN IGNORIERT
LIZENZ ZUM ZOCKEN
VÖLLIGES KONTROLLVERSAGEN
Laut eigenen Aussagen waren der Ressortzuständige Brenner und der Leiter der Finanzabteilung über das Ausmaß der hochriskanten Spekulationsgeschäfte nicht informiert. Das gleiche behaupten die Mitglieder der Landesregierung. Für einen Normalsterblichen klingt das völlig unglaubwürdig. Wer seit wann und wie sehr informiert war, muss dringend aufgeklärt werden! Und es muss weitreichende Konsequenzen geben!
UNTERSUCHUNGS-AUSSCHUSS „FINANZSKANDAL“ UNTER GRÜNEM VORSITZ
Die Ursachen des Kontrollversagens und der politischen Verantwortung für diesen Mega-Skandal werden jetzt in einem Untersuchungsausschuss des Landtages aufgeklärt. Die GRÜNE Landtagsabgeordnete Astrid Rössler ist die Vorsitzende des U-Ausschuss: „Im Vordergrund steht die Frage, wie es zu einem derart totalen Systemversagen kommen konnte, und wer dafür die politische Verantwortung trägt. Ich erwarte mir von diesem Ausschuss eine Aufarbeitung, die nicht nur offene Fragen zum Finanzskandal beantwortet. Es geht auch darum, Perspektiven für eine andere Art von Politik zu entwickeln. Die Regierungsparteien sprechen oft und gerne von Offenheit und Transparenz und einem verantwortlichen Umgang mit Steuergeldern. Ziel muss sein, dass das endlich auch im politischen Alltag gelebt wird.“