GRÜNE STELLEN SICH SCHÜTZEND VOR ORTSZENTREN
„Wir wollen in Zeiten der Krise die kleinen Betriebe unterstützen, statt die Wünsche von Großkonzernen zu erfüllen.“
Die Salzburger Landesregierung tagte gestern bis in die Abendstunden zu den von Spar (Europark) und Wiener Städtischer (ehemaliges Baumax-Areal in Wals) gewünschten Flächenwidmungen. In der Landesregierung konnte dazu inhaltlich keine Einigung erzielt werden. „Wir GRÜNE stellen uns in dieser Sache schützend vor die Ortszentren. Wir wollen besonders in Zeiten der Krise die kleinen Betriebe unterstützen, statt die Wünsche von Großkonzernen zu erfüllen“, so der GRÜNE Landessprecher LH-Stv. Heinrich Schellhorn.
KAUFKRAFTVERSCHIEBUNG VON ÜBER 100 MILLIONEN EURO
Für die GRÜNEN ist insbesondere die zu erwartende Kaufkraftverschiebung ein Argument gegen zusätzliche Widmungen. „Konservativ gerechnet würden die zusätzlichen Verkaufsflächen einen Kaufkraftabfluss von über 100 Millionen Euro aus den Regionen in den Zentralraum bringen. Damit fehlen dann dem Handel in vielen kleineren Städten und Gemeinden wichtige Umsätze. Geschäftsschließungen, Arbeitsplatzverluste und Leerstände wären die Folge“, warnt Schellhorn. „Genau aus diesem Grund haben wir uns in der Landesregierung 2015 auf einen Widmungsstopp für Handelsgroßbetriebe geeinigt. Und an dieser Ausgangslage hat sich aus unserer Sicht zwischenzeitlich nichts geändert“
AUSWIRKUNGEN DER PANDEMIE BERÜCKSICHTIGEN
Zudem gelte es die Auswirkungen der Pandemie bei Entscheidungen über zusätzliche Verkaufsflächen zu berücksichtigen. „Für eine seriöse Bewertung der vorliegenden Ansuchen, müssen die Auswirkungen der Pandemie sowohl auf die Kaufkraftentwicklung als auch die Handelsstruktur berücksichtigt werden“, stellt der GRÜNE Landessprecher klar. Nachsatz: „Die bisher vorliegenden Gutachten stammen aus dem Jahr 2019 und sind in diesem Punkt entsprechend überholt“.
VERGLEICHBARKEIT ZU BISHERIGEN ENTSCHEIDUNGSGRUNDLAGEN HERSTELLEN
Ein weiteres Manko ist die mangelnde Vergleichbarkeit zu den bisherigen Entscheidungsgrundlagen. „Der Verkaufsflächen-Stopp aus dem Jahr 2015 fußte auf einer umfassenden handelswissenschaftlichen Untersuchung. Die nun von den Projektwerbern beauftragten und vorgelegten Studien verwenden eine ganz andere Methodik. Viele zentrale Kennzahlen sind leider überhaupt nicht vergleichbar. Diese Vergleichbarkeit muss nun nachgeliefert werden“, fordert Schellhorn.