FLÜCHTLINGE: JETZT SIND ALLE GEFORDERT!
„Zu uns kommen Menschen, die vor Krieg und entsetzlicher Not flüchten. Wir dürfen diese Menschen nicht unserem Zuständigkeitsgerangel opfern. Wir müssen helfen.“
In der aktuellen Diskussion um aufgestellte Zelte, mögliche Kasernenöffnungen und nicht erfüllte Quoten bei den Flüchtlingsquartieren ruft Martina Berthold, in Salzburg ressortzuständig für die Grundversorgung, zur Sachlichkeit auf: „Die mediale Diskussion rund um Asyl-Quoten, Zuständigkeiten, Zelte und Kasernen versteht niemand mehr. Und: In diesem Hick-Hack kommt kein einziger Asylplatz zustande. Die brauchen wir aber dringender denn je, um Menschen in Not zu helfen. Das geht uns alle an: Bund, Länder und Gemeinden, das schaffen wir nur gemeinsam.“
Berthold hatte Anfang dieser Woche den Salzburg-Besuch der Innenministerin für ein kurzfristiges persönliches Gespräch genutzt. Dabei konnte sie die Zustimmung zu einem baldigen Abstimmungstermin der politisch Länderverantwortlichen mit der Ministerin erreichen. „Zelte sind absolute Notlösungen, die wirklich erst dann zum Einsatz kommen sollten, wenn alle anderen Möglichkeiten bereits ausgeschöpft wurden. Von dem Gespräch erhoffe ich mir, dass wir gemeinsam Alternativen finden. Wichtig ist, dass wir bald zu einer Lösung kommen. Ein Blick aus dem Fenster und die aktuelle Wetterlage sagt genug: Die Unterbringung in Zelten wird zunehmend kritischer.“
Derzeit liegt der Vorschlag des Verteidigungsministerium auf dem Tisch, die Struckerkaserne in Tamsweg (Lungau) zu öffnen. Weil der Zentralraum über die besser ausgebaute Infrastruktur zur Betreuung von Flüchtlingen verfügt, appelliert Berthold an den Verteidigungsminister, die Schwarzenbergkaserne in Wals-Siezenheim (Flachgau) zu öffnen.
Gleichzeitig laufen in der Bundesbetreuungsstelle auf dem Gaisberg im Kobenzl die Vorbereitungsarbeiten für die Umstellung auf ein Verteilerzentrum. Damit wird sich die Belegung dieses Bundesquartiers von derzeit 60 Personen auf 100 Personen erhöht werden.
Auf Landesebene wird jedenfalls mit Hochdruck gearbeitet an der Suche und Bereitstellung von Dauerquartieren für jene Flüchtlinge, die bereits zum Asylverfahren zugelassen sind und damit den Ländern überwiesen werden.
Unterkünfte, die nur kurzfristig zur Verfügung stehen und für das Land deshalb nicht nutzbar sind, werden unverzüglich an den Bund gemeldet. „Ich hoffe, das Innenministerium kann diese nutzen und die Flüchtlinge bald von den Zelten in diese Übergangsunterkünfte übersiedeln“, betont Berthold.
Unabhängig von den an den Bund gemeldeten „Übergangsquartieren“ für die kurzfristige Nutzung stehen in Salzburg mit heutigem Tag 33 Plätze für die sofortige Belegung bereit. Weitere rund 100 Plätze sind bereits fixiert und können in den nächsten Wochenbelegt werden. Im August folgen nach derzeitigem Stand weitere 80 Plätze für Asylwerbende. Gleichzeitig werden derzeit über 10 Angebote geprüft, Vorortbesichtigungen durchgeführt, Betreiber gesucht, Genehmigungen eingeholt, Gespräche mit den Bürgermeistern geführt und in Veranstaltungen in den Gemeinden die Bevölkerung umfassend informiert. „Damit haben wir dank vieler engagierter Menschen in der Bevölkerung, in den Hilfsorganisationen und in der Verwaltung einen Kraftakt geleistet“, so die Landesrätin.
Aufgrund des weiterhin gegebenen Bedarfs appelliert Berthold einmal mehr an die SalzburgerInnen: Wer Infos über mögliche Flüchtlingsquartiere hat oder gar selbst bereit ist, eine Unterkunft zur Verfügung zu stellen, möge dies bitte hier melden: [email protected]
Verstärkte Bemühungen um weitere Unterkünfte für Flüchtlinge