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03.11.2026 Presseaussendung

FPÖ peitscht Rückschritte bei Kinderbetreuung durch

"Schwarz-Blau will sonderpädagogische Fachkräfte in Kleinkindgruppen streichen - Betroffene schlagen Alarm."
Simon Heilig-Hofbauer

„Einige Kinder in Salzburg brauchen schon von klein auf besondere Unterstützung, zum Beispiel weil sie eine Behinderung haben. Diese Unterstützung will die schwarz-blaue Landesregierung jetzt aus dem Gesetz streichen“, fasst der GRÜNE Sprecher für Elementarpädagogik, LAbg. Simon Heilig-Hofbauer, die geplanten Änderungen des Salzburger Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes zusammen. Mit der Gesetzesänderung will die schwarz-blaue Landesregierung den Einsatz und die Förderung sonderpädagogischer Fachkräfte in Kleinkindgruppen ausdrücklich ausschließen.

Betroffene schlagen Alarm

Die Berufsgruppe für Elementarpädagogik Salzburg spricht in einer Stellungnahme von einem „bildungs- und sozialpolitischen Rückschritt“ und einer Ungleichbehandlung aufgrund des Alters. Gerade in Kleinkindgruppen sei eine professionelle, inklusive Entwicklungsbegleitung durch spezialisierte Fachkräfte unabdingbar, um Entwicklungsdefizite frühzeitig abzufangen. Besonders schwer wiegt für Heilig-Hofbauer die Warnung aus der Praxis, dass Kinder mit Beeinträchtigungen künftig gar nicht erst in Kleinkindgruppen aufgenommen werden könnten, wenn die notwendigen personellen und fachlichen Ressourcen fehlen. „Im schlimmsten Fall werden Kinder mit Beeinträchtigungen gar nicht mehr in Kleinkindgruppen aufgenommen. Das ist nicht nur eine enorme zusätzliche Belastung für die Eltern, sondern hat für die Entwicklung der Kinder langfristige Folgen. Gerade in den ersten Lebensjahren darf bei der Förderung nicht gespart werden.“

Verschlechterungen ohne Begutachtung

Scharf kritisiert Heilig-Hofbauer auch, dass die Gesetzesänderung bereits morgen als Initiativantrag und damit ohne reguläres Begutachtungsverfahren beschlossen werden soll. „Diese Verschlechterungen treffen viele Menschen direkt: Kinder mit Beeinträchtigungen, ihre Familien und die Pädagog:innen, die sie jeden Tag begleiten. Trotzdem soll sie innerhalb weniger Tage durchgezogen werden, ohne diejenigen zu Wort kommen zu lassen, die am Ende davon betroffen sind.“ Die GRÜNEN fordern daher, den Ausschluss sonderpädagogischer Fachkräfte aus Kleinkindgruppen nicht zu beschließen. Stattdessen soll – wie auch die Berufsgruppe verlangt – sichergestellt werden, dass Kinder mit Entwicklungsbeeinträchtigungen ab ihrem Eintritt in eine elementare Bildungseinrichtung und unabhängig von ihrem Alter Zugang zu sonderpädagogischer Expertise und Entwicklungsbegleitung erhalten.