LANDWIRTSCHAFT ALS VORWAND FÜR LUXUS-ANWESEN IM GRÜNLAND?
FRIESACHER-BAU AM GAISBERG: LANDWIRTSCHAFT DARF KEIN VORWAND FÜR LUXUS-ANWESEN IM GRÜNLAND SEIN!
Die GRÜNEN stellen abermals ein fragwürdiges Grundverkehrsgeschäft in Salzburg in Frage. So hat die Markus Friesacher GmbH & Co KG am Gaisberg in Bestlage ein landwirtschaftliches Grundstück erworben und dort in weiterer Folge ein riesiges Anwesen im Grünland gebaut. Das Ganze wurde mit der Errichtung einer Landwirtschaft begründet. „Die Landwirtschaft darf kein Vorwand für den Bau von Luxus-Anwesen im Grünland sein!“, so der GRÜNE Grundverkehrssprecher LAbg. Simon Heilig-Hofbauer. Er verweist dabei auf zahlreiche Ungereimtheiten. Diese beginnen beim Verkauf des Grundstücks an eine Friesacher-Firma, die keine Landwirteeigenschaft hat. Auch das Bewirtschaftungskonzept wirft zahlreiche Fragen auf: „Insgesamt wurden 2.000 m2 Geschossfläche ins Grünland geklotzt. Davon sind laut den Planunterlagen aber nur knapp 90 m2 für Stallungen vorgesehen. Und folgt man den Berechnungen der Landwirtschaftskammer, dann würde dieser Betrieb 154 Jahre tätig sein müssen, nur um den Preis des Grundstückes zu erwirtschaften“, so Heilig-Hofbauer. „Für Hobbybetriebe gibt es laut Raumordnungsgesetz keine Ausnahmebewilligungen für Bauten im Grünland. Dass bei diesem Friesacher-Bau die Landwirtschaft im Vordergrund steht ist angesichts dieser Zahlen eigentlich auszuschließen“.
Auch Agrarabteilung übte Kritik
Kritik gab es im Bewilligungsverfahren auch in einer Stellungnahme der Agrarabteilung. Diese merkte an, dass die Einfahrten bzw. Tore sowie insbesondere vorhandene Säulen im Stallbereich eine maschinelle Entmistung (z.B. mit Hoftrac) nur eingeschränkt zulassen. Ausläufe, Mistlagerstätte und Jauchegrube fehlten in den eingereichten Planunterlagen völlig. Zudem orientiere sich das geplante Wirtschaftsgebäude aus fachlicher Sicht „stark an architektonischen Zielsetzungen des Einschreiters bzw Planers“, dies gehe „zu Lasten der Wirtschaftlichkeit und Nutzbarkeit des Gebäudes“. Trotzdem wurde eine Einzelbewilligung für den Bau erteilt und aufsichtsbehördlich zur Kenntnis genommen. „Trotz der fachlichen Kritik und augenscheinlicher Zweifel, ob hier tatsächlich ein landwirtschaftlicher Betrieb errichtet werden soll, wurde das Projekt durchgewinkt. Das hat mehr als einen üblen Geruch. Es darf nicht sein, dass es sich die Reichen, Oligarchen und ÖVP-Freunderl in Salzburg richten können!“, so Heilig-Hofbauer abschließend.
Die GRÜNEN haben dazu eine umfassende Landtagsanfrage eingebracht.
Rückfragen:
Simon Heilig-Hofbauer
Stv. Klubobmann
+43-650-4404111