Gewässerschutz statt noch mehr Otter-Abschüsse
In der Beantwortung einer mündlichen Anfrage letzten Mittwoch kündigte Landesrätin Marlene Svazek an, dass in Zukunft noch mehr Otter zum Abschuss freigegeben werden sollen, ohne Berücksichtigung des Erhaltungszustands der streng geschützten Tiere. Das scheint die einzige Konsequenz zu sein, die Landesrätin Svazek aus dem Monitoring der Fischbestände zieht. Im gleichen Atemzug gibt sie zwar zu, dass es auch viele weiter Faktoren gibt, die das Fischsterben vorantreiben. Gegenmaßnahmen dafür nennt sie aber keine. „Neben den Fischottern gibt es zahlreiche andere Ursachen für das Fischsterben, die einen wesentlich größeren Einfluss ausüben. Hierzu zählen unter anderem die Klimaerwärmung, Flussregulierungen, Kraftwerke und die Verunreinigung der Gewässer, etwa durch Gülle. Es gibt jedoch keine Anzeichen dafür, dass Landesrätin Svazek plant, diese Probleme anzugehen“, stellt die GRÜNE Tierschutzsprecherin Kimbie Humer-Vogl fest und weist darauf hin: „Beispielsweise der Klimaschutz fällt ebenfalls in ihren Zuständigkeitsbereich, doch konkrete Vorschläge dafür gab es bisher kaum.“
Maßnahmenplan mit Expert*innen erarbeiten
Zu den hohen Schäden durch Fischotter trägt nicht zuletzt die oft falsche Besatzung durch die Fischer*innen selbst bei. Hier spielt der ökonomische Druck eine große Rolle. Deshalb fordert Humer-Vogl einen Maßnahmenplan: „Bei den Fischen ist es längst 5 vor 12. Um den Fischbestand unserer Gewässer zu retten, hilft keine Ausweitung der Abschussverordnung. Um den Fischbestand zu erhöhen, braucht es einen wirksamen Maßnahmenplan der alle Ursachen für das Fischsterben mitdenkt und alle Expert*innen miteinbezieht.“
Blaue Politik mit dem Jagdgewehr
Für Humer-Vogl zeigt sich ein Muster bei Landesrätin Svazek: „Ob nun bei den Ottern, den Vögeln oder den Wölfen, die einzige Lösung die Svazek sieht, ist die Waffe. Alternativen wie Gewässerschutz oder Herdenschutz scheint sie zu ignorieren. Das ist aber keine nachhaltige Naturschutzpolitik und wird der Artenvielfalt langfristig schaden.“
Bei Rückfragen, melden Sie sich gerne:
Moritz Engel
Pressesprecher
+43-680-1551562