GRÜNE DRÄNGEN AUF LONG-COVID VERSORGUNGSZENTREN
"Wir brauchen in Salzburg dringend mehr adäquate stationäre und ambulante Angebote um Erkrankte bestmöglich therapieren zu können."
Viele COVID-19-Erkrankte leiden nach überstandener Krankheit an den Spätfolgen der Infektion. In Salzburg geht man davon aus, dass aktuell rund 5.000 Personen von Long-COVID betroffen sind. LAbg. Kimbie Humer-Vogl, Klubchefin der GRÜNEN im Salzburger Landtag, bringt bei der morgigen Landtagssitzung zwei Anträge ein, in denen sie neben einem eigenen Diagnostikzentrum zusätzliche Long-COVID-Versorgungszentren fordert – sowohl für Erwachsene, als auch Kinder und Jugendliche.
Eklatanter Mangel an Behandlungsplätzen
„Die Zeit drängt. Betroffene müssen rasch jede Hilfe erhalten, die sie kriegen können“, so der Appell der Klubchefin. Das Uniklinikum bietet derzeit ein ambulantes Rehabilitationsprogramm für 80 Long-COVID-Betroffene an. „Die Plätze reichen aber bei weitem nicht aus“, sagt Humer-Vogl. „Die Patient*innen sind mit einer erheblichen und langwierigen Beeinträchtigung der Lebensqualität und einer massiven psychischen Belastung konfrontiert. Sie brauchen rasch jede Hilfe, die sie kriegen können.“ Sie fordert zusätzliche Kapazitäten für Diagnose und Versorgung von Betroffenen. Dass das Gesundheitszentrum der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) in Goldegg nun seinen Fokus auf die Long-COVID-Erkrankten legen will, sieht sie kritisch: „Das schafft ein Vakuum bei der Behandlung anderer Patient*innen.“
Long-COVID Diagnostikzentrum und mehr Rehabilitation
„Wir brauchen im Bundesland Salzburg dringend ein interdisziplinäres Diagnostikzentrum, an das Betroffene sich wenden können. Dort müssen Spezialist*innen aus unterschiedlichen Fachgebieten zusammenarbeiten. Es braucht nämlich ganz spezielle Verfahren, um Long-COVID zu diagnostizieren“, so Humer-Vogl. Ergänzend dazu fordert sie – neben Spezialambulanzen für Kinder und Jugendliche – eine neue Post-COVID-Rehabilitationseinrichtung: „Dort können Erkrankte umfassend begleitet und behandelt werden, damit sie wieder schneller in den Alltag und den Beruf zurückzufinden.“ Das werde über Jahre Auswirkungen auf die Arbeitswelt haben.